Macht

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Montag, Heiligabend 2018

Macht,“ so können wir in unserem allseits beliebten Mainstreamlexikon lesen, „bezeichnet die Fähigkeit einer Person oder Gruppe, auf das Verhalten und Denken einzelner Personen, sozialer Gruppen oder Bevölkerungsteilen so einzuwirken oder sie so zu beeinflussen, dass diese sich ihren Ansichten oder Wünschen unterordnen und sich danach verhalten.“

Über die unterschiedlichsten Erscheinungsformen von Macht und ihrer Kontrolle denkt die Menschheit seit ihrem Bestehen nach. Angeblich ging es von Anfang an um die Macht der Götter, die der jeweiligen Obrigkeit einen Teil ihrer Allmacht abgegeben hätten, damit diese die Welt organisieren. Seit den Sumerern und Altägyptern, also erst seit etwa 7000 Jahren, gibt es darüber Aufzeichnungen. Was vorher war, bleibt im Nebel unseres mangelhaften Wissens verborgen.

Die Macht des Geldes, die Macht der Gewehrläufe, der Liebe, des Geistes, der Märkte oder des Volkes, all das sind beliebte Themen, an denen sich Philosophen, Soziologen und Schriftsteller abarbeiten. Bereits Aristoteles behandelte das Machtproblem im Rahmen einer Theorie von Herrschaft und Knechtschaft: Politische Herrschaft sei im Unterschied zur Despotie eine Herrschaft von Freien über Freie, die sich gegenseitig im Herrschen und Beherrschtwerden ablösen. Soetwas könnte man Demokratie nennen, wenn es nicht das Phänomen gäbe, dass Herrschaft unabhängig von der Bezeichnung des politischen Systems regelmäßig zur Despotie verkommt. Das ist offenbar gesetzmäßig und vielleicht deshalb der Fall, weil die meisten annehmen, dass Herrschende im Besitz höherer Wahrheiten als die Beherrschten sind. Anders formuliert könnte man auch sagen, dass die Herrschaft der Dummen deshalb so verbreitet ist, weil die Klügeren stets nachgeben und offenbar keine Lust auf Despotie haben…

Dies scheint uns hier unten ein unauflösbares Dilemma zu sein, welches nur dadurch geheilt werden könnte, dass in ein Rechtssystem Weichen eingebaut werden, die einen regelmäßigen Personalaustausch der Herrschaften sicher gewährleisten. Dies muss nicht zwangsläufig mit Paradigmenwechseln einhergehen. Letzte finden in der Geschichte sowieso gesetzmäßig und regelmäßig infolge des wissenschaftlich-technischen Fortschritts statt, nicht wegen besserer politischer Einsichten oder höherer Ethik und Moral.

Wenn sich nun eine Herrschaft wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen verschließt, wie, sagen wir mal, die Katholische Kirche des Mittelalters den Entdeckungen Brunos und Galileis, findet ein Paradigmenwechsel, so lehrt es unsere Geschichte, nur unter ungeheuren Schmerzen und Verlusten für die menschliche Spezies statt. Dennoch sind die Mächtigen in Wirklichkeit ohnmächtig, da sie den Erkenntnisfortschritt nicht aufhalten können, mit welchen Mitteln sie ihre Macht auch zu erhalten suchen. Sie tun nur immer weniger das, was Ziel jedes vernünftigen Strebens sein sollte, sondern immer mehr, was ihnen gerade als das beste für ihre Machterhaltung erscheint. Die Techniken der Machterhaltung haben sich dank Gustave Le Bon und Edward Bernays dabei zwar verfeinert, aber Naturgesetze konnten auch sie nicht verändern!

Der gegenwärtige Machtverfall der so genannten globalen Eliten in Amerika und Europa und ihr Kontrollverlust ist unübersehbar. Dass sie sich mit aller Kraft an ihre Positionen klammern, ist ein natürlicher Vorgang. Das politische System der Vereinigten Staaten von Amerika scheint aber noch am ehesten geeignet, einen rechtzeitigen Austausch politisch Agierender zu gewährleisten und Machtverfestigungen aufzubrechen.

Ob wir, das deutsche Volk, es unseren derzeit Macht ausübenden PolitikerInnen gestatten, den dringend erforderlichen Machtwechsel blutig zu verhindern, hängt davon ab, ob wir unsere Angst abzulegen in der Lage sind und wieder dem Volke zur Herrschaft verhelfen, so wie es unser Grundgesetz verlangt.

Lesen und diskutieren Sie dazu bitte auch meine Denkschrift: Staatsreform

Und auch dieser Artikel ist in diesem Zusammenhang erhellend!