Lebensglück

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Dienstag, 11. Januar 2022

von Richard Dawkins * 1941, britischer Biologe

„Wir alle müssen Sterben. Das heißt, wir haben Glück gehabt. Die meisten Menschen sterben nie, weil sie nie geboren werden. Die Männer und Frauen, die es rein theoretisch an meiner Statt geben könnte und die in Wirklichkeit nie das Licht der Welt erblicken werden, sind zahlreicher als die Sandkörner der Sahara. Und unter diesen ungeborenen Geistwesen sind mit Sicherheit größere Dichter als Keats, größere Wissenschaftler als Newton. Das wissen wir, weil die Menge an Menschen, die aus unserer DNA entstehen könnte, bei weitem größer ist als die Menge der tatsächlichen Menschen. Und entgegen dieser gewaltigen Wahrscheinlichkeit gibt es gerade Dich und mich in all unserer Gewöhnlichkeit.

Wir wenigen Privilegierten haben in der Geburtslotterie gegen alle Wahrscheinlichkeit gewonnen. Wie können wir es da wagen, über unsere unvermeidliche Rückkehr in jenen früheren Zustand zu jammern, aus dem die große Mehrheit nie herausgetreten ist?!“

Ultimatum

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6. Januar 2022; Epiphanias

Am 19. Januar 2022 wird nach orthodoxem Glauben der Ostkirchen wieder das Fest der Taufe Jesu Christi gefeiert. An diesem Tag wurde Jesus – nach unbestätigten Berichten – im Alter von 30 Jahren von Johannes dem Täufer im Jordan getauft. Das höchste orthodoxe Fest ist daher mit Wasser verbunden. Deshalb hacken in Russland die Gläubigen (und auch die Ungläubigen) nach altem Brauch Löcher ins Eis, um mit einem Eisbad ihre Sünden abzuwaschen. Dieses Eisloch nennen sie „Jordan“, stellvertretend für den Fluss im Nahen Osten.

In den Westkirchen wird das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Sollemnitas in Epiphania Domini) bereits am 6. Januar gefeiert. Volkstümlich wird es in vielen Kalendern als Dreikönigsfest, Dreikönigstag oder Heiligedreikönigstag bezeichnet. Regional auch als Großneujahr, Hochneujahr oder Weihnachtszwölfer.

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