Politikmüll

Eingetragen bei: Glosse der Woche | 5

12. August 2019

Diesmal geht es nicht um Merkels Gäste, nicht um den Euro, nicht um die Rechtsbeugungen und Rechtsbrüche unserer Regierung und auch nicht um die Sicherheit in Stadtvierteln, auf Straßen, Plätzen und Bahnsteigen. Es geht um die Ordnung in unseren mitteldeutschen Städten und Dörfern während des „Schicksalswahlkampfes“ 2019.

Zahlreiche Parteien und Vereinigungen ringen anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen in den bundesdeutschen Freistaaten Sachsen und Thüringen und im Bundesland Brandenburg derzeit um die Gunst der Wählerschaft. Hunderte Frauen und Männer der Republik bewerben sich dabei um die etwa 300 gut dotierten Landtagssitze. Die einen, um diese Sitze zu behalten, die anderen, um jene daraus zu verdrängen und ihrerseits die Geschicke der kommenden Jahre in die Hand zu nehmen. Beobachtet man das Volk und die Parteien bei ihren Wahlvorbereitungen, könnte man meinen, dass in Mitteldeutschland ein Erwachen des Wählerbewusstseins stattgefunden hat.

Man nehme z.B. die Plakatierungswut auf allen Straßen und Plätzen. Sie ist nahezu grenzenlos. Es ist kaum noch ein Laternenmast zu finden, an dem nicht jetzt schon die Konterfeis ehrenwerter Landespolitiker und solcher, die es werden wollen, aufgehängt sind. Allen voran die Landesväter Michael Kretschmer von Sachsens CDU, Dietmar Woidke von Brandenburgs SPD und Bodo Rammelow von Thüringens Linken. Mit riesigen Summen an Steuergeldern vermüllen vor allen diese Altparteien mit Plakaten und Großaufstellern jeglichen Designs die mitteldeutsche Landschaft von unten bis oben. Doch auch die „Neuparteien“ und Wählervereinigungen möchten bei der Verschandelung unserer Städte, Dörfer und Landschaften nicht hinten anstehen.

Bei diesem Kampf der Politikwettbewerber werden nicht nur Tonnen von Plastikmüll und Papierabfall produziert, sondern es wird auch jede Menge politisch-geistiger Müll unter das Volk gestreut. Damit aber nicht genug: Damit die Steuerzahler, respektive die Wählerinnen und Wähler, während der Wahlvorbereitungen auch ihre gute Laune behalten, werden von den Parteivertretern – selbstverständlich ebenfalls auf Steuerkosten – allerlei nützliche Dinge wie Luftballons, Fähnchen, Kugelschreiber, Einkaufwagenchips, Flaschenöffner, Flugblätter, Faltblätter, Leporellos, Kurzprogramme, Langprogramme usw. usf. verschenkt. So erhalten die Bürger wenigstens einen Teil ihrer Abgaben an den Staat, welche derzeit einiges über 50 % betragen, zurück. Der Ausschank alkoholischer Getränke, wie es zu früheren Wahlkampfzeiten gang und gäbe war, ist heutzutage leider unerwünscht.

Da kann man doch durchaus hoffen, dass der Souverän, also die Bürger, also diejenigen, welche auch an der Wahl teilnehmen, für sich und das deutsche Volk die notwendigen und richtungsweisenden Entscheidungen treffen und auf Grund all dessen das geeignete Personal wählen, dass sie zukünftig regieren wird.

5 Antworten

  1. Bemerkenswert ist doch, wie lange diese Plakate schon hängen. Ich hatte dazu oft angemerkt, dass die AfD gar keine Wahlwerbung benötigt, dass machen ja die anderen Parteien durch den Unfug, welchen sie uns zumuten. Das habe ich sehr deutlich Aloysius Mikwauschk bereits 2015 gesagt. Taktisch klug sind nun kurz vor der Wahl wirklich ein paar Afd – Plakate zu sehen. Schaue ich aus meiner Terassentür sind die 2 roten verschlissenen Plakate lasch nach unten gerutscht, das blaue Plakat befindet sich stabil ganz oben. Welche Symbolik!
    Ich wünsche Herrn Schultze für morgen eine ordentliche Mehrheit. Meine Stimme hat er!

  2. Christian F. Schultze

    Replik zu Frau Lotzes Einwand: Das verrate ich gern! Es gibt in den Kreisverbänden der AfD Wahlkampfleitungen, die die Richtlinien der Wahlwerbung demokratisch mit allen Bewerbern besprechen. Wenn man als umweltbewusster Mensch die Plakatierungshysterie der Parteien kritisiert, kann man diesbezügliche Kritik an der eigenen Partei nicht auslassen. Leider ist in Zeiten wie den jetzigen nicht zu vermeiden, dass höhere Einsichten niederen Notwendigkeiten weichen müssen… Von C.F. Schultze hängen im Wahlkreis 53 von Sachsen 600 Plakate, nicht 1200 und es stehen 5 Großaufsteller! Man vergleiche diesen Aufwand mit den Wettbewerbern! Hinsichtlich des Verschenkens von Werbekleinkram habe ich allen, insbesondere den Besuchern unserer Informationsstände, empfohlen, sich diese auf ihre (viel zu hohen) Steuern erworbenen Kleinteile von der CDU zu holen, mit dem Hinweis, dass man auch mit CDU-Kugelschreibern 2 Kreuze bei der AfD machen kann. Das ist (noch) nicht verboten! Unsererseits werden keine solche Artikel verteilt. Das wäre nicht alternativ…

  3. Vielleicht verrät der Herr Schultze seinen geneigten Lesern hier auch noch, dass er selbst der von ihm monierten Plakatschwämme ca 1200 Plakate für sich als Direktkandidat der AfD im WK 53 beisteuerte und an Wahlkampfständen Stifte und dergleichen andere Werbegeschenke verteilt. Sollte der Vollständigkeit halber schon bemerkt werden, wenn man, so wie in seinem Text, dies anprangert.

  4. Daher die vornehme Zurückhaltung bei der Plakatierung in Wallroda u. Arnsdorf. – Respekt !
    Die zwei Großplakate sind vom Feinsten. ( Ich fahre meine behinderten Leutchen täglich von DD-Weißig nach Arnsdorf )

    Mit patr. Grüßen

    Christian Seifert (KV Dresden)

  5. Besser kann man es nicht ausdrücken, ein reiner Hyperplakatismus.

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