Sport frei?

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Karfreitag, 30. März 2018

Sport frei“ ist ein alter deutscher Sportlergruß, erfunden vom Turnvater Jahn. Er war in der DDR zu allen sportlichen Veranstaltungen obligatorisch. Mit diesem Gruß (Trainer oder Veranstalter: „Wir begrüßen uns mit einem Sport …“ – Sportler: „… frei!“) wurden auch der schulische Sportunterricht und jede Form von (Mannschafts-)Training eröffnet. Teilweise findet er heute noch Verwendung. Jedoch zunehmend weniger.

Und das ist auch richtig so!

Denn der Sport, als eine subkulturelle Spielart der Gesellschaft, ist in unserer, der westlich-mammonistischen, keineswegs mehr frei, weder im direkten noch im übertragenen Sinne. Ausnahmen bestätigen lediglich die Regel. Das haben wir in dem an sportlichen Groß-Ereignissen reichen vergangenen Winter erneut erlebt: Olympische Winterspiele in Südkorea, diverse Weltmeisterschaften in allen möglichen und unmöglichen Wintersportdisziplinen und Weltcupwettbewerbe verschiedener Ebenen in ebendiesen. Wir erleben es nun auch in der Vorzeit der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft, welche in Russland stattfinden soll: Entgegen allen Beteuerungen der mächtigen Vorstände der Weltsportverbände hat Sport außerordentlich intensiv mit Politik zu tun.

Bereits während der Zeit des kalten Krieges im vorigen Jahrhundert nervte uns im Osten die ständige politische Instrumentalisierung des Sports. Mit den vorderen Plätzen in den „inoffiziellen“ Länder-Medaillenwertungen sollte ständig die allseitige Überlegenheit des Sozialismus über den untergehenden Imperialismus bewiesen werden. Siegte ein sozialistischer Sportler einmal nicht, kam das einem Vaterlandsverrat gleich, den allein der Athlet zu verantworten hatte. Psychodruck und Staatsdoping waren dauerhafte Instrumente, um diesen „Siegeszug“ des Sozialismus unter allen Umständen zu gewährleisten.

Vor dem Mauerfall kursierte ein beliebter Witz darüber, dass sozialistische Sportler in Wettkämpfen niemals hinten, sondern immer vorn sind: Einen Leichtathletikwettbewerb zwischen den USA und der UdSSR gewannen die USA. Die sozialistische Presse schrieb: „In einem Leichtathletikländerkampf zwischen der friedliebenden UdSSR und den imperialistischen USA belegten die Sportler der ruhmreichen Sowjetunion einen hervorragenden 2. Platz, während die USA nur Vorletzte werden konnten…“

Nicht erst seit dem vergangenen Winter fühlen wir hier unten uns an diese Zeiten erinnert. Das Medienbashing von Peking und Sotschi lässt auch immer noch grüßen! Zwar gibt es zwischen Ost und West keine systemischen Unterschiede mehr, wohl aber tiefgehende mentale. Und da die NWO-Mammonisten es nicht aufgegeben haben, ihre Heartland-Eroberungspläne zu verwirklichen, bleibt der Sport ein erstrangiges politisches Instrument im hybriden Krieg, insbesondere, da er in diesem Jahrhundert zur massenpsychologischen Beeinflussung noch geeigneter scheint, als vor dem Fall des Eisernen Vorhanges.

Doch nicht allein, dass einem mit andauernder antirussischer Hetze und primitiv-vordergründigen Tendenzreportagen das Anschauen der Lieblingssportarten wirksam verleidet wird, inzwischen greift in den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten auch die Totalkommerzialisierung, mit als Dauergehirnwäsche eingesetzten, selbst in Originalübertragungen abrupt und unablässig eingeblendeten, nervenschädigenden, Werbeunterbrechungen, rapide um sich. Sport ist ein Milliardengeschäft geworden! Und dieses Geschäftsmodell der Mammonisten ist außerordentlich erfolgreich! Denn obwohl eigentlich alle Sportfans darunter leiden müssten, obwohl die Korruption besonders in den oberen Etagen des IOC und der FIFA ununterbrochen angeprangert wird, obwohl die Transfersummen für Fußballstars jeglicher Vernunft hohnsprechen, klammern sie sich an ihre vermeintlich apolitische letzte Kulturnische und tragen ihr Geld zu den teuren Sportevents. Am besten kann man das an der Fan-Kultur der Ultras beim Fußball beobachten. Man zahlt für eine Illusion. Illusionen sind eben wesentlich beliebter als Realitäten!

Da zu erwarten ist, dass die politische Instrumentalisierung der diesjährigen Fußball-WM in Russland im neu entfachten kalten Krieg der Angelsachsen gegen die Heartländer weiterhin hochgefahren wird, sind wir hier unten gespannt, ob damit der Bogen nicht überspannt wird. Denn dass Theresa May den Russen soeben mit nuklearem Krieg gedroht hat, werden die Massen vielleicht noch ignorieren. Sollte jedoch alles darauf hinauslaufen, die Fußball-WM in Russland zu kippen, könnte einer der empfindlichsten Nerven der Volksseele getroffen werden.

Und zuweilen geht dann solch ein Schuss auch mal nach hinten los!