Semitismus

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Donnerstag, 1. Februar 2018

Am 27. Januar begingen auch in der BRD Massenmedien, Politiker und zahlreiche proisraelische Organisationen den Internationalen Holocaust-Gedenktag, der von der UNO 1996 anlässlich des Tages der Befreiung der Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Streitkräfte im Jahr 1945 kreiert wurde. Im Bundestag sprach eine der letzten KZ-Überlebenden, die selbst noch die Kolonnen erlebt hat, welche in Auschwitz in die Gaskammern getrieben wurden. Auch Anne Will bemühte sich in einer ihrer Talkrunden nach Kräften, mit einer weiteren Antisemitismus-Diskussion die „kollektive Bewusstseinskrankheit“ der Deutschen am Leben zu halten. Und die amtierende Immigrationskanzlerin wie der neue Bundestagspräsident Schäuble mahnten in ihren diesbezüglichen Reden, dass vor allem die jungen Deutschen aus dieser Geschichte lernen müssten, um ihr Bewusstsein gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus zu stärken.

Und tatsächlich zeigt uns die Kriminalstatistik ein stetiges Ansteigen in der Kategorie „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“, insbesondere nach dem Herbst 2015. Das regte auch uns hier unten an, tiefer über diese spezifische „Bewusstseinskrankheit“ unseres Volkes nachzudenken. Wie immer ist es hilfreich, wenn man sich über die Faktenlage Klarheit verschafft. Belegt man z.B. Fremde oder schon länger hier Eingewanderte mit Begriffen wie „Neger“, „Fidschi“ oder „Kanacke“, erfüllt dies u. U. die Straftatsbestände „Beleidigung“ und „üble Nachrede“ gemäß Paragraphen 185 und 186 unseres Strafgesetzbuches und kann geahndet werden. Ebenso verhält es sich, wenn man jemanden mit dem Titel „Judensau“, „Zionist“ oder „Kinderficker“ oder mit diesbezüglichen Kombinationen belegt. Letzteres wird statistisch allerdings nicht in der Rubrik „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“ erfasst.

Alsbald fällt uns jedoch auf, dass die Definitionen für die Begriffe „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“ zu fließend sind, um sie im Strafgesetzbuch erfassen zu können. Die Deutungshoheit für eine korrekte Auslegung ist unter Parteien, Verbänden und Juristen umkämpft und je nach Interessenlage breiten Schwankungen unterworfen.

Am besten lässt sich dies an der jederzeit und allseits gern verwendeten Vokabel „Antisemitismus“ darstellen. Um deren Definition herauszufinden, bedienen wir uns, wie stets, des durch seine strenge Eigenzensur unverdächtigen weltbekannten elektronischen Lexikons. Dort lernen wir unter anderem, dass es einen Antisemitismus vor 1800, nach 1800 und einen anderen nach 1945 gibt. Um 1800 soll dieser Begriff das bisher gängige Schlagwort „Antijudaismus“ ersetzt haben. Wir hier unten denken, dass er nach 1989 eine weitere Umdeutung erfahren hat: Alles, was sich irgendwie und irgendwo als Kritik an Israels Regierungen, Zionistischen Verbänden und jüdischstämmigen Einzelpersonen konnotieren lässt, wird seit einigen Jahrzehnten von interessierten Kreisen ebenfalls als „antisemitisch“ apostrophiert.

Kann man dem wenigstens als Glossist entrinnen, fragen wir hier unten uns verzweifelt, die wir uns zeitweilig an israelkritischen israelischen Filmen, Fernsehbeiträgen, Vorträgen und Büchern erfreuen, besonders an solchen der weltbekannten Historiker Shlomo Sand und Norman Finkelstein? Und wenn es bereits einen “Antisemitismus“ als neuen Quasistraftatsbestand gibt und „antiislamistisch“ als fremdenfeindlich eingestuft wird, wird dann auch bald antikatholisches Verhalten oder gar Atheismus strafbewehrt werden? Dies führte zu der weiteren Frage, was „Semitismus“ sein könnte.

Das Internet-Lexikon lässt uns darüber im unklaren, belehrt uns aber, dass es eine semitische Sprachfamilie afroasiatischen Ursprungs gibt. Semitischen Sprachen werden heute von ca. 260 Millionen Menschen in Vorderasien, Nordafrika und in Mittelnahost gesprochen. Wichtige solche sind Arabisch, Hebräisch und Neuaramäisch. Zu den semitischen Sprachen zählt auch das in Europa beheimatete Maltesisch. Zu den semitischen Völkern gehören seit Alters her unter anderen die Amharen, Araber, Hyksos, Malteser, Ammoniter, Phönizier, Samaritaner und nicht zuletzt die einzigartigen Hebräer. Wir sind erstaunt und wundern uns jetzt nicht mehr, dass diese Differenzierung für die Vertreter von Mainstream, Political Correctness und Journaille zu kompliziert ist und sie deshalb lieber pauschalisieren.

Wenn man schon Rassist ist, scheint es richtiger, dass man z. B. antijüdisch wäre. Wer aber sind „die Juden“? „Antiisrealisch“ sein zu wollen, fällt ebenfalls aus, weil der Staat Israel  Russen, Palestinenser, Araber, also eine ganze Reihe Bürger anderer Ethnien und Religionen, beherbergt. Allerdings bekommen diese, wenn sie dort eingebürgert werden wollen, gewisse Schwierigkeiten. Hinzu kommt die totale Unsicherheit, ob es sich beim Judaismus um eine Ethnie oder eine Weltreligion oder um beides zugleich handelt. Gegen das Judentum als Weltreligion zu sein, scheint wiederum genauso unlogisch, wie gegen alle anderen Religionen, obwohl dies womöglich für einen Atheisten Pflicht wäre.

Was also bleibt uns also hier unten, um nicht als Antisemit und Rassist abgestempelt zu werden, wenn wir jüdische Apartheid, israelischen Militarismus, israelische Siedlungspolitik, den politischen Zionismus mit seiner Weltherrschaftsattitüde, welche von Thora und Talmud geleitet ist, oder Herrn Soros, kritisieren wollen? Vielleicht nur noch der Politische Islamismus, der das gleiche mit seiner Scharia will!

Betrachtet man Zionismus und Islamismus näher, fallen einem nämlich frappierende und unheimliche Gemeinsamkeiten auf. Nicht nur untereinander – sondern mit allen totalitären Ideologien!