Grokord-Regierung

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Sonntag, 18. März 2018

Nun haben wir sie, die neue Regierung! Angela Merkel hat auch noch das rechtswidrige Abstimmungsverfahren der rund 400.000 SPD-Mitglieder (0,5 % der deutschen Bevölkerung) überstanden, von dem das Wohl und Wehe der Republik abhängig gemacht worden war. Die Minister und andere Angestellte des deutschen Volkes konnten vereidigt werden und ihre Posten beziehen. 209 neue hochbezahlte Ämter wurden neu geschaffen, so dass auch genügend Helfershelfer der Grokord (Große Koalition der Rekorde) für Jahre ihr fürstlich bezahltes Auskommen finden werden.

Die neue BRD-Regierung des Jahres 2018 wurde nach einem Verhandlungsmarathon der Parteien von 169 Tagen installiert. Diese Interimszeit ist neuer deutscher Rekord! Die Mehrzahl der Deutschen freut sich, dass es endlich wieder eine ordentliche Regierung gibt. Andere Länder unseres schönen Europas haben nach Wahlen sogar noch länger auf eine neue Regierung warten müssen. So zum Beispiel Belgien im Jahr 2011 ganze 541 Tage! Jetzt schauen wir, wie lange es in Italien dauern wird. Das befürchtete Chaos in den deutschen Landen ist dank der subsidiären Verfassung der BRD glücklicherweise ausgeblieben.

Die Abgeordneten der drei Grokordparteien waren am 18. September 2017 von knapp 25 Millionen Wählern gewählt worden. Alle Nichtregierungsfraktionen erhielten zusammen knapp 20 Millionen Stimmen. Nach deutschem Wahlrecht ergab das für die Grokord 53,5 % der gültigen Mandate. Dennoch wurde die CDU-Chefin am 14. dieses Monats nur mit knapper Mehrheit der Bundestagsabgeordneten gewählt; aber wenigstens von diesen. Sie erhielt neun Stimmen mehr, als die für die Kanzlermehrheit nötigen 355. Die Fraktionen von Union und SPD verfügen im neuen Bundestag über 399 Sitze. Diesem Rekord-Bundestag gehören 709 Abgeordnete an.

Zugegeben, für manch einen Kanzler der BRD gab es zuweilen noch knappere Abstimmungsergebnisse. Die „Große Koalition“ ist gottseidank auch nicht mehr derart erdrückend, wie die vergangenen Jahre. Die Nichtregierungsfraktionen haben, nachdem infolge des Scheiterns des Jamaikaexperiments auch die Grünen und Gelben dazugehören, immerhin 308 Sitze inne. Das ergäbe Chancen echter Opposition. Ob dies für die ewige Kanzlerin Schwierigkeiten mit sich bringt, dürfen wir hier unten bezweifeln. Denn F.D.P. und GrünInnen werden erforderlichenfalls Hilfskräfte für Merkel zur Verfügung stellen. Und die Linken werden niemals über sich hinauswachsen, und Sachanträgen der AfD zustimmen. Das fraktionszwanghafte Abstimmungsverhalten unserer hehren Volksvertreter ist längst nicht überwunden…

Der so genannte Koalitionsvertrag steht unter dem verheißungsvollen Motto: „Ein neuer Aufbruch für Europa – Eine neue Dynamik für Deutschland – Ein neuer Zusammenhalt für unser Land“. Ein Schelm, wer Schlimmes dabei denkt! Vielleicht hat die Grokord ja eine Lösung für die Deutsche Frage gefunden und vereinigt sich mit der Atommacht Frankreich und den Benneluxländern zu den Vereinigten Staaten von Kleineuropa. Viele Zeichen deuten jedenfalls darauf hin. Die Kanzlerin und der neue Außenminister Heiko Maas eilten zuallererst schurstracks nach Paris, um Herrn Macron zu verkünden, dass sie es geschafft haben…

Wir hier unten sind gespannt, wie die ehemalige FDJ-Sekretärin und der ehemalige Messdiener Deutschland durch die Weltläufte lenken werden. Das Ziel liegt ziemlich im Nebel… Donald Trump und Wladimir Putin haben Angela Merkel keine Glückwünsche zur Wiederwahl gesandt. Das ist kein guter Anfang!

Mit Jens Span, Ursula von der Leyen und Heiko Maas besitzt die Regierungsmannschaft drei ausgewiesene Transatlantiker, der Rest scheint neutral und inkompetent. Spielt aber die Beziehung zum angelsächsischen Imperium überhaupt noch eine Rolle, wenn das Vereinigte Königreich zu so fragwürdigen Rundumschlägen, wie den anfangs der Woche behaupteten russischen Giftgasangriff in Salisbury, greifen muss? Der Multipolarist Sigmar Gabriel wurde momentan zwar kaltgestellt, doch schließt das die nächste 180-Grad-Wende der ewigen Kanzlerin nicht aus. Vielleicht hat sie diese ja bereits vollzogen, denn ihre und Macrons Reaktionen auf Trumps Amerika-first-Zölle lassen darauf schließen. Northstream 2 hat sie sich jedenfalls nicht aus der Hand schlagen lassen. Und dieses Projekt ist für die Franzosen ebenso wichtig wie für Deutschland.

Wir hier unten können vorläufig nur beten, dass die neue Grokord den deutschen Frachter nicht gegen einen Eisberg fährt!

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