Einheit 2018

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Mittwoch, 3. Oktober 2018

Kurz nach dem Anschluss der von der Sowjetunion freigegebenen mitteldeutschen Gebiete an die so genannte Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990, wurde dieser Tag als „Tag der deutschen Einheit“ zum Feiertag erkoren. Seither feiern die meisten Deutschen dieses Datum als „Glücksfall“ der Geschichte und besonders die Politiker der etablierten Parteien ergehen sich dabei in Rührselig- und Dankbarkeit gegen über dem Schicksal. Wenn sie dabei immer wieder die „deutsche Einheit“ beschwören, können wir hier unten ihnen nur Recht geben.

Denn nichts deutet darauf hin, dass sich die Deutschen künftig mehr als bisher an den Anfangszeilen der dritten Strophe ihrer Nationalhymne ausrichten wollen. Sie sind in diesen Tagen untereinander nicht weniger zerstritten, als zu den Zeiten des Westfälischen Friedens. Einigkeit und Recht und vor allem Freiheit scheinen heutzutage ferner den je. Wir hier unten haben sogar den Eindruck, dass alle drei Entitäten in der heutigen BRD wieder zunehmenden Auflösungserscheinungen ausgesetzt sind.

Liegt es an der fragilen Lage der Welt und ihrer Mächte, in der die Multilateralisten gegen die Vertreter der New World Order aufgestanden sind? Liegt es an der Machtarroganz der schon länger hier Regierenden, die weder ihre politischen Großfehler in der Wirtschafts-, Finanz-, Europa- und Migrationspolitik zugeben noch korrigieren wollen? Oder ist es schlichte Unfähigkeit und mangelndes Wissen der an ihren Posten klebenden Politakteure, die uns, vor allem aber unseren Kindern, äußerst schlechte Zukunftsaussichten eingebrockt haben? Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt in Deutschland ca. 10 %, in Frankreich 20, in Italien 30, in Spanien 40 und in Griechenland über 50 Prozent! Wieso erklären uns Junker, Macron und Merkel dennoch, dass die Euro-Union ein Erfolgsmodell wäre? – Andererseits: Über die Hälfte des Wahlvolkes hat diese seltsamen Menschen in ihre Führungspositionen hinein gewählt!

Vielleicht liegt der Grund für die Uneinigkeit und mangelnde Freiheit der Deutschen aber auch an Fehlern der Führer unserer Vergangenheit. Möglicherweise hat das alles schon mit der Reichsgründung durch Otto von Bismarck und der Krönung Friedrich Wilhelms I., der gar nicht „Deutscher Kaiser“ sondern „Kaiser von Deutschland“ werden wollte, im Spiegelsaal von Versailles begonnen.

Wie dem auch sei: Die so genannte deutsche Wiedervereinigung Ende des 20. Jahrhunderts ist wegen der Streichung des Artikels 23 a.F. „Grundgesetz“ am 17. Juli 1990 durch das westdeutsche Parlament rechtlich fragil. Der so genannte Einigungsvertrag wurde nämlich erst am 31. August 1990 unterzeichnet. Zudem wurde der Artikel 23 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (a.F.) lt. Einigungsvertrag am 23. 09. 1990 nochmals aufgehoben. Deshalb konnte die DDR am 03. Oktober 1990 dem Grundgesetz der BRD gem. Artikel 23 gar nicht beitreten. Die in der Präambel aufgeführten neuen Länder sind darüber hinaus erst am 14. Oktober 1990 gegründet worden. Auch ihr Beitritt war somit rechtswirksam nicht möglich. Ein juristisch einwandfreier Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes hat daher bis zum heutigen Zeitpunkt nicht stattgefunden. Dem deutschen Volk wurde 1990 nur vorgegaukelt, dass es zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik eine Vereinigung gab. Ein weiteres unschönes Beispiel für die Unfähigkeit unserer herrschenden politischen Kaste.

Doch gerade deshalb glauben wir hier unten, dass uns Deutschen ein Besinnungstag gut tut, an dem wir über Einigkeit, Recht und Freiheit unseres Volkes nachdenken und vor allem dafür eintreten sollten!

Tag der Einheit oder Tag der Vielfalt ?