Apokalypse now?

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Donnerstag, 11. Januar 2018

Nein, das ist nicht unsere Befürchtung für das gerade angebrochene neue Jahr! Oder doch?

Es kommt darauf an, was man unter dem Begriff „Apokalypse“ verstehen will. Wir erinnern uns an den US-amerikanischen Kriegsfilm „Apokalypse now“, in dem die Ungeheuerlichkeiten des Vietnamkrieges anschaulich dargestellt wurden. So oder ähnlich stellen wir uns die Schrecken des jüngsten Gerichts vor.

Das griechische Wort „Apokalypse“ bedeutet aber ursprünglich „Offenbarung“, „Offenlegung“, „Entschleierung“, „Enthüllung“ oder gar „Äonenwende“. Für die meisten Christen bedeutet die so genannte Apokalypse des Johannis im Neuen Testament die Prophezeiung einer leidensvollen Endzeit der Menschheit vor der Wiederkunft ihres Heilandes.

Wir hier unten erwarten freilich für die nächste Zeit keine fegefeuerartigen Kataklysmen, obwohl der Zusammenbruch des westlichen Finanzsystems durchaus ein apokalyptisches Ereignis werden kann. Wir sind erst einmal zufrieden und begeistert von den Enthüllungen, die der für seinen Wahrheitsfanatismus bekannte britische Publizist Michael Wolff in seinem brandneuen Bestseller „Fire&Fury“ an die Verbraucher gebracht hat.

Namhafte Geisteswissenschaftler, wie der deutsche Journalist Gerhard Spörl, leiten aus diesem einmaligen Insiderbericht über die Zustände im Weißen Haus unter dem derzeitigen Präsidenten Donald-Duck-Trump die unwiderlegbare Vermutung ab, dass dessen Tage gezählt und ein Impeachmentverfahren unvermeidlich sei. Es wird uns weiterhin berichtet, dass es den us-amerikanischen Wählern mit russischer Hilfe gelungen sei, einen infantilen Psychopathen ins Oval Office und an den angelsächsischen Atomkriegskoffer zu hieven. Gerhard Spörl hat fast alles, außer seinen Kopf, darauf verwettet, dass dieses epochale Werk der neueren Weltliteratur, trotz des geklauten Titels den Anfang vom Ende der Trumpschen Präsidentschaft noch in diesem Jahr einläutet. Den Mann werden wir uns merken müssen!

Unter der Schlagzeile „Feuer und Wut“ sind bereits mehrere wegweisende Werke der Neuzeit erschienen: So „Fire and Fury – The Allied Bombing of Germany 1942 – 1945“ oder „Fire and Fury – How The US Isolates North Korea“. Dieser Kampfspruch erinnert uns auch sofort an „Shock and Awe“, „Schock und Erfurcht“, unter welchem der Krieg des Westens gegen den Irak im Jahr 2003 eingeläutet wurde. Offenbar lieben die Angelsachsen derart wuchtige Headlines und besonders deren Folgen!

Beim Studium der Rezessionen zum letzteren Machwerk fiel uns hier unten allerdings auf, dass die von Wolff geschilderten Zustände rund um die Machtclique und Familie Donald Trumps an die dekadenten Zerfallserscheinungen des Römischen Reiches, bevor es die Goten übernahmen; oder auch an das Ende des Byzantinischen Reiches, erinnern.

Wie dem auch sei, wir hier unten glauben, dass wir in diesem Jahr tatsächlich noch eine Reihe an Offenbarungen, Offenlegungen, Entschleierungen und Enthüllungen erleben werden.

In diesem Sinne wird es womöglich ein Jahr der Apokalypse werden, ob mit oder ohne „Äonenwende“.

Lesen Sie, wenn Sie mögen, dazu auch diesen erhellenden Beitrag.