Die Angst der Satrapen

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Montag, 21. August 2017

Spätestens seit Kurt Tucholskys Glosse über die Wahlvorbereitungen des deutschen Volkes ist es der Chronisten Pflicht, Deutschlands Parteien bei ihren so genannten Wahlkämpfen zu beobachten. Doch je mehr wir Wahlbürger uns damit beschäftigen, desto unsicherer werden wir, wen, was und warum wir wählen sollen.

Kurz nachdem der scheidende farbige Präsidentendarsteller der Vereinigten Staaten von Nordamerika mit großem Pomp die „mächtigste Frau der Welt“ in der deutschen Hauptstadt besucht hatte, verkündete diese am trüben Totensonntag des Jahres 2016, dass sie zur Bundestagswahl 2017 noch einmal als Spitzen- und Kanzlerkandidatin der CDU-CSU antreten werde. Einige Zeitgenossen waren davon ein wenig überrascht, lagen doch die Umfragewerte der Union im allgemeinen und von Angela Merkel im besonderen zu jener Zeit ziemlich im Keller. Gleichzeitig begannen allerdings mit bisher ungekannter Heftigkeit geballte Mediencampagnen gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Trump und gegen die sich in der BRD neu formierende „Alternative für Deutschland“.

Im Juni 2016 wurde in Dresden eine Bilderberger-Konferenz abgehalten, deren Besprechungen für das Volk im wesentlichen geheim blieben. Wussten Eingeweihte etwa damals schon, dass wegen der Querelen um Bernie Sanders die Wahl Hillary Clintons in die Hose geht und Deutschland das neue Zentrum der so genannten Neocons werden sollte? Wie auch immer, die „freie Presse“ berichtete darüber nichts, aber Angela Merkel wurde von den CDU-Delegierten mit orkanartigen Ovationen auf den Kandidatenthron gehievt und Jens Georg Spahn, derzeitiger Staatssekretär in Wolfgang Schäubles Finanzministerium, wurde zur diesjährigen Bilderberger-Konferenz nach Chantilly, Virginia, eingeladen.

Dies alles ging dem BRD-Wahlvolk ziemlich am Rücken vorbei, nicht aber den zehntausenden Satrapen, die unter Angela Merkel unser Steuergeld verbraten dürfen. Nicht von ungefähr klatschten sie bei der Bekanntgabe ihrer Bereitschaft, ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten nochmals der CDU und dem deutschen Volke zur Verfügung zu stellen, wie zu Honeckers Zeiten fast eine halbe Stunde lang stehend Beifall zu diesem hehren Entschluss. Warum?

Weil die Ausnutzer unseres Gemeinwesens genau wissen, dass Wahlen, wenn sie etwas ändern würden, längst verboten wären und deshalb von der geballten faschistischen Macht der Politikdarsteller, der Finanzgewaltigen und der Medienmogule stets erfolgreich manipuliert werden. Das Wie wird auf den Bilderberger-Konferenzen durchgestellt und die Satrapen der unsichtbar bleibenden Mächtigen richten sich danach.

Die Vorsteherin unserer Deutschland-GmbH machte also das, was sie immer gemacht hat: Sie hing ihr Mäntelchen in den Wind, der gerade 180 Grad gedreht hatte, übernahm einige Politikslogans der CDU-Konservativen, der CSU und der AfD und zelebrierte ihr Mantra „Wir schaffen das!“ Und damit behält sie Recht! Denn dieser Ausspruch gilt nicht etwa dem deutschen Volke, wie viele fälschlicherweise annehmen, sondern ihren Satrapen. Sie wissen seit Dresden 2016, dass sie es in faschistischer Manier schaffen werden, ihre Positionen zu halten. Und das ist für diese Mischpoke die allerwichtigste Botschaft! Oder glaubt hierzulande immer noch jemand, dass es denen um Deutschland und die Wohlfahrt des deutschen Volkes geht?

Nun wollen nicht wenige Landsleute die neue Partei „Alternative für Deutschland“ wählen, aus Überzeugung oder aus taktischem Protest – „…damit sich endlich mal etwas bewegt im obersten deutschen Parlament.“

Wir hier unten können Ihnen, verehrte Wahlgläubige, ohne besondere seherische Fähigkeiten prophezeien, was sich im Bundestag bewegen würde, wenn die AfD mit 18 oder sogar mit mehr Prozentpunkten in den Berliner Reichstag einziehen würde: Nichts!! Allenfalls würde es heftigere Debatten zwischen ihnen und den Linken um die „rechte“ Oppositionspolitik geben, auf denen sich eine neue alte Groko unter Angela Merkel oder Jens Georg Spahn, sowie all die anderen zu den Bilderberger-Konferenzen eingeladenen Satrapen, in dem wohligen Bewusstsein ausruhen könnten, dass sie es doch wieder „geschafft“ haben.

Deshalb brauchen Sie sich, verehrte Leserinnen und Leser, gar nicht erst die Mühe machen, zu den am Bundestagswahlen in die Wahlkabinen zu wandern. Behalten Sie ihre Stimme! Verweigern Sie ihre Teilnahme an diesem Affentheater! Nur wenn in diesem Faschismus 2.0 niemand mehr zur Wahl geht, wird diesem Satrapengebilde sichtbar jegliche Legitimation entzogen.

Und nur darauf käme es wirklich an!

Wenn Sie noch mehr Information über unser Absurdistan haben möchten, dann lesen Sie dies oder das oder jenes !