Je suis Böhmermann

Eingetragen bei: Glosse der Woche | 3

Montag, 11. April 2016

Ich bin Jan Böhmermann. Und zwar ganz dezidiert.
Denn anders als Charlie Hebdo hat Böhmermann nicht in die Seele eines Volkes oder einer religiösen Gruppe gespuckt, sondern in die eines islamo-faschistischen Autokraten.
Dabei ist es unerheblich, ob in Artikel 5 unseres Grundgesetzes die Meinungsäußerungsfreiheit garantiert ist oder nicht. Und es ist auch unwesentlich, dass dieses bundesdeutsche Grundgesetz keine Verfassung eines freien deutschen Volkes ist. Meinungsäußerungsfreiheit ist ein unverrückbares Menschenrecht und kann am Ende des Gedankens nur durch ethisch-moralische Grundsätze eingegrenzt sein.

Unser Grundgesetz beschränkt die Meinungsäußerungsfreiheit bereits wie folgt: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre“. Damit sind staatlicher Willkür Tür und Tor geöffnet und der Strafrechtsparagraph 130 tut sein übriges, um den Wirrwar um die Meinungsäußerungsfreiheit und deren diverse Grenzen zu verstärken, die bei Beleidigung, übler Nachrede und Geschäftsschädigung endgültig grau und schwimmend werden. Und was ist erst mit Artikel 20 Abs. 4 des GG ?

Wenn jemand wissen will, wie die im bundesdeutschen Grundgesetz garantierte Meinungsäußerungsfreiheit durch unsere verschiedenen Regierungen in zentralen Punkten scheibchenweise erfolgreich ausgehebelt wurde, muss sich nur die Entwicklung des Jugendschutzgesetzes ansehen. Da kann er lernen, wie etwas in einem Gesetz „im übrigen“ geregelt wird und wie die Grundrechte je nach Gusto zu verstehen sind.
Sei’s drum, Böhmermann hat es mit seinem Erdo-Khan-Song geschafft, die öffentliche Debatte von den illegalen Einwanderern zum Grundrecht auf Meinungsäußerungsfreiheit umzulenken. Einige Schlagzeilen von heute gefällig? „Merkel in der Zwickmühle“, „Erdogan stellt persönlich Strafantrag“; „Böhmermann ist Thema in der Bundespressekonferenz“, „Verfolgung von Erdogan-Kritikern nimmt absurde Züge an“, „Kalkhofe spricht von absurder Staatsaffäre“, „Jan Böhmermann steht unter Polizeischutz“ usw. usf.

Natürlich wird kein deutsches Gericht Jan Böhmermann wegen dieses Gedichtes auf Erdo-Khan verurteilen. Nur UNSERE LIEBE DEUTSCHE FRAU ist in ihren Absprachen mit dem türkischen Islamofaschisten etwas in die Bredouille geraten. Sicherlich wird sie in den nächsten Tagen in Berlin eine Demonstration für die Meinungsäußerungsfreiheit anführen, wie seinerzeit in Paris wegen der Anschläge auf Charlie Hebdo.
Denn immerhin ist sie ja in ihren Bestrebungen, die illegale Masseneinwanderung nach Mitteleuropa zu stoppen, die ihr dieser Möchtegernsultan im Verein mit den Neocons aufgedrückt hat, von Jan Böhmermann gestärkt worden.
Nicht nur deswegen, sondern besonders wegen der stets notwendigen Debatte um die Meinungsäußerungsfreiheit, bin ich heute, wie hoffentlich viele andere auch, Jan Böhmermann.

Nachtrag am 13. April 2016: Lesen Sie bitte den nachfolgend verlinkten Artikel von Wolfram Weimer auf n-tv-online! Als ich fertig gelesen hatte, hatte ich Tränen in den Augen. Es gibt sie noch, deutsche Qualitätsjournalisten! Und manchmal dürfen wir einen Kommentar von ihnen lesen.  Hier ist er:

3 Antworten

  1. Zu Rolands Kommentar muss ich mich wegen der außerordentlichen Bedeutung des Themas nochmal melden. Ich bin nämlich ganz zuversichlich, dass es in Deutschland noch genug Leute gibt, die wollen, das es „unser Land“ – im Sinne von Rechtsstaat und sozialer Gerichigkeit – bleibt bzw. bald wieder wird. Die Angelegenheit ist äußerst komplex und nicht nur für die Kanzlerin schwierig. Ich empfehle, den Wortlaut ihrer Verlautbarung zum Fall Böhmermann zeimal zu lesen. Das ist eben hohe Diplomatie. Ich bin, wie alle meine Leser wissen, weit entfernt, UNSERE LIEBE DEUTSCHE FRAU in ihrer Gesamtplolitik zu verteidigen. Wenn ich aber überlege, was ich an ihrer Stelle tun würde oder könnte, wird es schwierig.
    1. Haben wir nicht genug gesicherte Informationen über die Hintergründe des Geschehens seit dem Kiewer Maidan. Erkennbar war, dass die Anglozionisten einen von der EU unterstützten Krieg der Ukros gegen Russland lostreten wollten. Das ist auch deshalb gescheitert, weil Merkel mit Hollande versucht hat, mit Minsk I+II etwas anderes zu machen, als die Anglozionisten wollten.
    2. Merkel musste in Washington antreten (einige erinnern sich hoffentlich noch) und wir wissen nicht, was dort beredet wurde. Wenn wir mal davon ausgehen, dass weder Merkel noch Obama reine Neocons und auch keine Diener der Anglozionisten sind, was hat man ihr dann angetragen? Könnte es sein, dass man sie nachdrücklich warnte, eigene Wege zu gehen und ihr unter Hinweis auf ihre Unterschrift unter die „Kanzlereakte“ empfohlen hat, nicht mehr so oft mit Putin zu telefonieren. (Der Abhörskandal war m.E. nur das für uns Sichtbare an dieser Auseinandersetzung zwischen Berlin und Washingon sowie den Diensten.)
    3. Merkel hat doch wieder mit Putin telefoniert, weil sie im Sinne der Euro-Industrie das Embargo weghaben will. Sie erkennt wahrscheinlich mit ihren Leuten, dass unsere Felle irreparabel davonschwimmen, weil die Sanktionen gegen Russland nur drei Ländern wirklich nützen: USA, China und Russland. Russland wird dadurch gestärkt und orientiert sich nach Osten und Südosten. Es braucht Deutschland zu nichts mehr…
    3. Die Antwort der Ziocons kam prompt: Mit dem German-Wings-Abschuss, dem Zuganschlag in Bad Aiblingen (Schlag gegen Seehofer) und schließlich mit dem Migrationstsunamie. Letzteres war im Rahmen des Nahmittelostkrieges ein von langer Hand geplanter Schachzug, um Europa und besonders Deutschland nachhaltig zu destabilisieren, nachdem man mithilfe des Barons und Neocons von und zu Guttenberg dafür gesorgt hat, dass die Wehrpflicht abgeschafft und damit unser Land im Ganzen wehrunfähig gemacht wurde.
    4. Warum passiert das alles? Das ist die große Frage! M.E. haben es die Anglozionisten geschafft, den dritten „Dreißigjährigen Krieg“ vom Zaune zu brechen, diesmal in Nahmittelost. Und er tobt bereits seit über zehn Jahren. Es ist ein moderner, „hybrider“ Krieg, in den dutzende Staaten involviert sind. Manche sagen, dass es der Dritte Weltkrieg (neuer Zeitrechnung) sei. Krieg ist für den finanz-militärisch-industriellen Komplex der Anglozionisten, die fast das gesamte Geldsystem in der Hand halten, die ideale Geldmaschine. Ziel dieses Krieges ist letztlich die Vernichtung Russlands, so wie es Adolf Hitler in „Mein Kampf“ bereits beschrieben hat.
    5. Was braucht man, um einen „Dreißigjährigen Krieg“ von Zaun zu brechen? Die Geldindustrie, die Medienindustrie und die Rüstungsindusrie. Aber vor allem braucht man eine breite soziale Schieflage und hirnverbrannte Ideologen bzw. religiöse Fanatiker, die Freude am Töten und Sterben haben. Und so ist es den Anglozionisten diesmal auf geniale Weise gelungen, die islamischen Sunniten auf die islamischen Schiiten zu hetzen, wie weiland Anfang des 16. Jahrhunderts die Katholiken auf die Protestanten.
    6. Mit dem Jugoslawienkrieg fing es eigentlich schon an und nahm mit dem zweiten Irakkrieg richtig Fahrt auf. Die Russen haben zeitig genug gemerkt, worauf das ganze hinausläuft. Zbigniew Kazimierz Brzezinski hat es in seinen Büchern ganz offen beschrieben. Man muss es nur ernst nehmen (wie man hätte „Mein Kampf“ ernst nehmen sollen). Und deshalb haben sie sich in Syrien völkerrechtskonform eingemischt und den Anglozionisten mächtige Hinweise gegeben, dass sie diesmal mit untergehen werden, wenn sie es wiklich drauf ankommen lassen. (Erdokhan ist als Kriegstreiber die geeignete Person und ähnelt mit seinen großosmanischen Träumen sehr stark Adolf Hitler.)
    7. Wenn man das alles bedenkt, dann kann man auch vermuten, dass UNSERE LIEBE DEUTSCHE FRAU keine Alternativen hat, als zu sagen, „Wir schaffen das“. Sie muss mit den Türken verhandeln, derzeit mit Erdo-Khan, um die Migrantenflut einzudämmen und alsbald im Inland aufräumen zu können. 5 Milliarden Euro sind ein „angemessener“ Preis dafür! Und deshalb hat sie diese „wunderbare“ diplomatische Erklärung abgegeben. Ein kleiner Satiriker hat es somit geschafft, etwas Licht in dieses furchtbare Dunkel zu bringen, in welches diese weltmachtbesessenen Mammonisten und satanischen Anglozionisten die Menschheit wieder geführt haben.

    Aber, da können wir ziemlich sicher sein: Kein deutsches Gericht wird Jan Böhmermann wegen seines Erdokhan-Gedichtes verurteilen!

    • Roland Funk

      Da bin ich aber gespannt, wie die Gerichte entscheiden werden… Wenn aber doch eine Verurteilung, dann würde ich vorschlagen auch gleich – postum – den unvergesslichen Charlie Chaplin zu verurteilen, weil er damals mit „Der Diktator“ diesem auch in gleichem satirischen Maße den Spiegel vorzeigte. Aber eigentlich geht es gar nicht um’s Gedicht selbst: Böhmermann hat es ja nur vorgestellt, um den Unterschied zum vorangegangenen „Aufreger“-Video „Erdo-wie, Erdo-wo, Erdo-wann“ zu unterstreichen, und diesem Ego-Khan so eine „Lektion“ zu geben, wann er sich aufzuregen hat. Dieser will nun per Retourkutsche auch etwas zeigen, u.zw. dass der Satiriker dafür nun bestraft wird. Und als brave ottomanische Vasalle werden die Gerichte nicht mehr so unabhängig denken, wie wir es gewohnt sind…

  2. Roland Funk

    Als die Kanzlerin sich einmischte, musste ich – und das ganz entschieden – genau wie sie es früher auch sagte, mir jetzt sagen: wenn dieser Böhmermann nun bestraft wird, „dann ist das nicht (mehr) mein Land“… Auch wenn es nach meinem Geschmack zu weit unter der Gürtellinie zielte, war es ein „notwendiges“ Gedicht und wird wohl der Stolperstein sein, der die Kanzlerin-Karre vom Weg bringt. Denn, wenn dieser Khan sein Ego hier bei uns stärken würde, dann lebten wir alle nur in einem Land der „Döner und Denker“…