Das Pfeifen im Walde

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3. Oktober 2016; Nationalfeiertag

Der diesjährige Nationalfeiertag wird von den Sachsen ausgerichtet und findet in ihrer Elbemetropole Dresden statt, welche bekanntermaßen regelmäßig von den „fremdenfeindlichen und rechtpopulistischen“ PEGIDA-Spaziergängern heimgesucht wird.

Im Vorfeld ereigneten sich zwei Sprengstoffanschläge, die die unglaublichen „Sicherheitsmaßnahmen“ zu diesen Festivitäten zu rechtfertigen scheinen. Dazu schrieb eine Anette Binninger in der „Sächsischen Zeitung“ vom 28. September eine Kolumne, die meines Erachtens sehr lesenswert ist. Die Hervorhebungen sind von mir.

Die Angst rückt näher

Der Schreck sitzt tief. Wenige Tage vor der großen fröhlichen Einheitsfeier in Dresden holen uns die beiden widerlichen Sprengstoffanschläge zurück in die Realitätund die Angst rückt näher.

Noch ist unklar, wer hinter den Anschlägen steckt. Und man sollte vorsichtig sein mit allzu vorschnellen Verdächtigungen und Beschuldigungen. Vieles erscheint möglich, nichts ist sicher. Doch jetzt schon liegt ein Schatten über der Einheitsfeier. Dresden wird immer mehr zu einer Festung ausgebaut, ist seit Monaten bereits im „Krisenmodus“, wird von Scharfschützen überwacht, mit Betonklötzen unzugänglich gemacht. Dresden wappnet sich für eine Abwehrschlacht gegen einen möglichen, aber nicht greifbaren Gegner. Daran werden wir uns gewöhnen müssen. So, wie sich andere Länder nach leidvollen Erfahrungen bereits daran gewöhnt haben.

Trotzdem unbeschwert feiern also? Allem zum Trotz? Weitermachen wie bisher? Die Aufrufe der Veranstalter, sich von diesen beiden Anschlägen nicht abschrecken zu lassen, sind richtig. Der Terror darf nicht die Oberhand gewinnen, die Angst darf nicht Macht über unser freies Leben und Tun bekommen.

Am Montag feiern wir den Tag der Einheit. Es kann ein anderer Tag der Einheit werden als bisher geplant. Einer, an dem wir auch darüber nachdenken, was uns verbindet, was unsere Gesellschaft zusammenhält – und was es uns wert ist, dies alles zu bewahren.“

Nein, sehr verehrte Leserschaft, das ist keine Glosse! Es ist auch kein Aufruf einer PEGIDA-freundlichen Journalistin, über die Nationale Frage in Zeiten der neuen Völkerwanderung nachzudenken. Sie möchte nur, dass wir am Wochenende fröhlich unseren Nationalfeiertag feiern.

In der gleichen Zeitung stand ein weiterer Artikel unter der Überschrift „Ans Messer geliefert“. Ein Görlitzer muss 50 Euro Strafe zahlen, weil er als Zeuge in einen Gerichtssaal in seinem Rucksack ein unvorschriftsmäßiges Taschenmesser mit einer exakt 7,8 cm langen Springklinge hatte. Damit schnitt er sich seit Jahren zum Frühstück seine Äpfel. Seit einem Jahr steht jedoch im deutschen Waffengesetz: „Es ist verboten, Messer mit einhändig feststellbarer Klinge oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge von über 12 Zentimetern zu führen“.

Toll, diese Realität zum 26. Jahrestag von Absurdistan! Man fällt ins Koma!