Wirrwarr

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In unserer Oberlausitzer Heimat steht der Begriff „Wirrwarr“ für Chaos, Durcheinander, Kuddelmuddel, Tohuwabohu und Ähnliches.

Wir hier unten haben es mittlerweile aufgegeben, gegen das Tohuwabohu der Begrifflichkeiten anzugehen, mit dem uns die Monopolpresse tagtäglich überschwemmt. Es ist ja nicht nur die Mainstreampropaganda, die alle Inhalte durcheinander wirft, so wie es Joseph Goebbels und Josef Stalin entsprechend den Empfehlungen ihrer Lehrmeister in Propaganda, Gustave Le Bou und Edward Barneys, schon im vergangenen Jahrhundert verwirklicht haben. Auch die www-Gegenpresse verwechselt Faschismus, Rassismus, Nationalismus, Amerikanismus usw. nur zu gern. Deutsche Bank wird mit deutscher Regierung verwechselt, das deutsche Grundgesetz mit einer Verfassung, Rüstungskonzerne mit deutschen Namen mit der deutschen Wirtschaft und UNSERE LIEBE DEUTSCHE FRAU mit dem deutschen Volk.

George Orwell hat all das, was wir hier und heute erleben, in seinem Werk „1984“, bereits beschrieben: Krieg ist Frieden, Hass ist Liebe und 2×2 ist fünf, wenn es die Mächtigen so wollen. Das begreift Winston Smith, Orwells Held, in seinem „Foltergefängnis der Liebe“ sofort. Besonders wichtig ist es für sein Überleben, dass er schnellstens das faschistische „Neusprech“ lernt, das das überholte „Altsprech“ vollständig ersetzen soll. Alles kann beschönigt oder verhässlicht oder umgedeutet werden. Damit wird das überlebenswichtige „Zwiedenken“ befördert, das ein problemloses Switchen zwischen zwei Unwahrheiten und die vollständige Gedankenkontrolle über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft möglich macht. Die Haft- und Folterlager für Dissidenten dieses Big-Brother-Systems heißen Lustlager. Das dahinterstehende Ministerium ist das Ministerium für Liebe und die Oppositionellen sind Gedankenverbrecher.

In der vergangenen Woche war es nicht nur für uns hier unten schwer, mit dem Informationswirrwarr klarzukommen, welches uns unser „Ministerium für Wahrheit“ – die sich in der Hand weniger Oligarchen befindliche Mainstreampresse – über die aktuellen Ereignisse offeriert hat: „PEGIDA löst sich auf“, „Könige und Präsidenten reisen zur Beisetzung nach Riad“, „US-Regierung meldet: 6000 IS-Kämpfer getötet“, „Auschwitz wurde von der Ukraine befreit“ „Gauck – der beste Präsident seit Richard Weizsäcker“, „Immer mehr arm trotz Arbeit“, „Nur ein Prozent besitzt die Hälfte dieser Erde“, „Draghi nimmt Eurostaaten in die Pflicht“, „Schulz will Tacheles mit Tsipras reden“, „Bild erklärt die schrägen Typen im griechischen Kabinett“, „Putin schlägt um sich“, „Moody´s stuft Russland auf Ramschniveau“, „Kanzlerin ruft Tsipras zur Ordnung“, „Griechen wollen Euro-Milliarden nicht“. So oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen der hinter uns liegenden Woche.

Für den schwer arbeitenden Normalbürger ist es schlechthin unmöglich, aus diesem Wirrwarr von Meldungen ein objektives Bild über die Lage unserer Gesellschaft und dieser Welt zu gewinnen. Übrig bleibt ein sehr ungutes Gefühl in der Bauchgegend, welche nicht gerade für analytische Fähigkeiten bekannt geworden ist, und die Erkenntnis: Erst einmal nichts für bare Münze nehmen, was uns die Einheizmedien der internationalen Finanzkleptokratie weiß machen wollen!

Lieber nochmal „1984“ von George Orwell lesen!