Verweigerung

Eingetragen bei: Glosse der Woche | 1

Donnerstag, 24. September 2015

Unsere lieben deutschen Zeitgenossen überraschen nicht nur immer wieder mit ihrer schlafmützigen Gutmütigkeit, sondern auch mit ihrer stereotypen Ausrede, dass man gegen „die da oben“ ja eigentlich nichts machen könne.
Da wir hier unten individuellen wie staatlichen Terror strikt ablehnen, sind wir geneigt, den Vorsichtigeren unter uns Recht zu geben, was das aktive Tun betrifft. Da sehen wir gegenwärtig zuförderst die bewusste Teilnahme an Veranstaltungen der Bürgerbewegungen und an Friedensdemos. Auch die Mitgliedschaft in Gewerkschaften und Betriebsräten und, soweit nicht bereits verboten, die Organisation und die aktive Teilnahme an Streiks, mögen hie und da etwas verändern.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, manches zu unterlassen.
Die Varianten, sich zu verweigern, sind vielfältig und den pfiffigen Ideen der Verweigerer sind kaum Grenzen gesetzt. Am wichtigsten erscheint uns derzeit eine Totalweigerung, an den Wahlfarcen der gleichgeschalteten Parteien mit unserem unsäglichen Verhältniswahlrecht bei Bundestags- und Landtagswahlen teilzunehmen. Wenn es gelänge, die Wahlbeteiligung unter 20 Prozent zu drücken, wäre die demokratische Legitimation der Parteien und ihrer Anführer gleich Null. Bei einem solchen Stillstand würde sich dann vielleicht doch einmal etwas bewegen! Anders bei den Kommunalwahlen! Da nach unserem derzeitigen Kommunalwahlrecht die Bürgermeister und Kandidaten der Bürgerschaften direkt gewählt werden, sollte hier eine aktive Beteiligung von 100 Prozent angestrebt werden!
Weitgehende Verweigerung bis zur totalen Abstinenz könnte der deutsche Michel beim Konsum des Fernsehens üben, wenigstens bei den Nachrichten und den Talkshows, dem „Erledigungs-Kabarett“ wie der „Heute-Show“ und bei Guido Knopps Historienfälschungen. Doch auch an der andauernden verkappten Hitlerverehrung diesbezüglicher, in unendlichen Wiederholungsschleifen laufenden, Geschichtsdokumentationen muss man nicht teilnehmen. Alternativ gibt es gottseidank unzählige wundervolle Natur- und Städtedokumentationen, die uns lehren, wie schön unsere Welt ist und wie irre diejenigen, die unentwegt an ihrer Zerstörung arbeiten.
Verweigern sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser vor allem auch den Kauf jeglicher Tageszeitungen, Magazine, Boulevardblätter und Ähnlichem, die sich im Besitz von nur zwei Medienmoguln befinden. Welche das sind, können Sie über google.com herausfinden. Es gibt immerhin noch einige wenige unabhängige Zeitschriften, die Ihnen die Welt erklären, wie sie ist. Den notwendigen Rest finden Sie in ihren örtlichen Tageblättchen, welche Sie unterstützen sollten. Aber auch in Ihrem übrigen Kaufverhalten können Sie befriedigende Verweigerungshaltungen ausüben. Schlagen Sie der Werbeindustrie ein Schnippchen! Und denken Sie daran, dass auch genmanipulierte Nahrungsmittel ganz biologisch gewachsen sind und es bisher noch niemandem gelungen ist, Pflanzen oder Tiere synthetisch herzustellen. Alles ist „Bio“, wenn auch nicht immer nachhaltig und umwelterhaltend produziert!
Wir hier unten gehen davon aus, dass Sie, verehrte Leserschaft, nun ganz von selber auf Ideen kommen, wie und wo Sie sich dem souveränitätsvernichtenden Einfluss der so genannten „Obrigkeit“ nachhaltig und hoffentlich erfolgreich und schmerzzufügend verweigern können.
Dazu wünschen wir hier unten viel Erfolg!

Eine Antwort

  1. Siegmar Schubert

    Dieter Hildebrandt
    „Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft zulässt.“

    Der souveränitätsvernichtende Einfluss auf die Menschen wird von der Wirtschschaft (Weltmonopolismus) bestimmt und lässt sich nur durch bewußten Konsumverzicht, Verweigerung gegen Unmenschlichkeit, Chauvinusmus und ein aufgeschlossenes ehrliches Miteinander verhindern. Dafür ist Bildung, Kultur und tolerantes Kommunikationsverhalten vonnöten. Nicht nur Bauchgefühl sondern auch Wissen ist gefragt.