Chess

Eingetragen bei: Glosse der Woche | 0

Während einige Sachsen gemeinsam mit unserem Bundespräsidenten des 70. Jahrestages der Bombardierung Dresdens und der Alleinschuld der Deutschen daran und am 2. Weltkrieg gedenken, bereiten Andere neue, noch größere Abschlachtungen zwischen den Völkern vor, weil der letzte große Weltenbrand und die zahlreichen Kriege danach offenbar nicht abschreckend genug waren. Wer möchte sich denn gern an Guernica, Coventry, Hiroshima, Dresden, Vietnam, Laos, Kambodscha, Bagdad etc. etc. erinnern? Sollten wir nicht froh darüber sein, dass in Dresdens Feuerstürmen „nur“ 25.000 Menschen umgekommen sind und nicht 250.000, wie das Internationale Rote Kreuz Ende 1945 bekannt gab? Und sollten wir nicht glücklich darüber sein, dass wir die Fähigkeit haben zu vergessen?

Aber das große Schachspiel erfordert neue, siegreiche Züge. Das können wir schwarz auf weiß nachlesen: In „The Grand Chessbord“ von Zbigniew Brzezinski und in „Rebuilding Americas defenses in the 21. Century“, der so genannten Wolfowitz-Doktrin des Thinktanks Project for the New American Century (PNAC). Damit haben uns die so genannten Neokonservativen der USA die Blaupausen ihrer Politik des 21. Jahrhunderts geliefert. Ihr Ziel ist die Errichtung einer unilateralen Pax Americana zum Wohl für alle Völker und Rassen dieser Welt. Offenbar glauben die Menschen außerhalb Washingtons aber gar nicht, dass sie das tatsächlich durchziehen. Genauso, wie vor mehr als achtzig Jahren niemand glaubte, dass Adolf Hitler seine Pläne in „Mein Kampf“, in welchem er die Beseitigung der „jüdischen und der slawischen Untermenschenrasse“ und die Errichtung der germanischen Weltherrschaft postulierte, ernst gemeint haben könnte.

Wenn man es heutzutage geschafft hat, diese drei Pamphlete bis zu Ende durchzulesen, ohne sich anschließend in psychiatrische Behandlung begeben zu müssen, kommt einem zuallererst der Gedanke: Haben die sie noch alle?

Aller fünf Sinne waren die selbsternannten Weltenlenker damals wie heute offenbar nicht mächtig. Und Hybris kommt anscheinend mit dem Erfolg! Leider haben Leute von diesem Schlage eine Zeit lang die Macht, ihre Allmachtsphantasien umzusetzen. Uns hier unten beschleicht freilich der Verdacht, dass den alten und superreichen Männern in Washington, berauscht von ihren Erfolgen im so genannten „Kalten Krieg“, die Fähigkeit abhanden gekommen ist, der Wirklichkeit ins Auge zu schauen. Zwar mag ihnen der Kampf um die Macht, wenn schon nicht um die Allmacht im Kosmos, so doch um die Hegemonie über alle Völker und Ressourcen dieser Erde, wie ein Schachspiel vorkommen. Jedoch ist der Globus rund und kein Brett mit vier Ecken!

Mal ganz abgesehen davon, dass man in letzter Zeit den Eindruck gewinnt, dass sie gar keine so überaus begabten Spieler sind. In der Wirklichkeit gibt es auch nicht nur zwei Spieler in dieser Welt, sondern viele – mit sehr unterschiedlichen Interessen und Überlebensstrategien. Es steht zu befürchten, dass den anglozionistischen Spielern am großen „Chessboard“ mindestens ein bis zwei Dimensionen fehlen, um ihr Spiel gewinnen zu können.

Allerdings kann es beim so genannten „Räuberschach“ manchmal lange dauern und viele Figuren kosten, ehe der Sieger feststeht.