Befreiung

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Nun ist er also Geschichte, der 70. Jahrestag der Befreiung.

Wir sahen die große Militärshow auf dem Moskauer Roten Platz; die größte seit der Siegesparade vom 24. Juni 1945, an der Stalin nicht einmal teilgenommen hatte. Wir waren beeindruckt, welche Waffen die Russische Föderation der Welt heutzutage vorzeigen kann. Wir waren überrascht, dass chinesische, indische, serbische und auch Truppen aus einigen anderen Nichtsiegerländern vor Wladimir Putin und seinen Gästen paradierten. Und wir fanden es in Ordnung, dass UNSERE LIEBE DEUTSCHE FRAU an dieser Vorführung nicht teilnehmen wollte. Auch wenn Sie dies aus ganz anderen Gründen nicht tat, als wir es auch nicht getan hätten.

Dass die derzeitigen angloamerikanischen und französischen Anführer nicht mit auf der Siegertribüne saßen, erfüllte uns hier unten dagegen mit Genugtuung, ja sogar mit einer gewissen Schadenfreude. Denn nach allem, was wir bis zum Jahr 2014 über die Ursachen und Hintergründe der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts, deren Anfang inzwischen 100 Jahre zurückliegt, in Erfahrung bringen konnten, sind wir ziemlich froh, dass unser Nachbar Russland sich an der Ausbeutung und Unterdrückung unseres Volkes seit 1989 nicht mehr beteiligt. Doch deswegen muss man noch lange nicht gesenkten Hauptes an seiner Supersiegesshow teilnehmen, sondern kann, wie Angela Merkel, ernsthaft und in hoffentlich ehrlicher Trauer, des Leidens und Sterbens von fast 30 Millionen russischer Menschen gedenken, die in diesen Kriegen von deutscher Hand gestorben sind; sowie der rund 14 Millionen Deutschen, die durch die damaligen Alliierten umgekommen sind.

Denn während es bis heute noch nicht ganz klar ist, ob Stalin den Ribbentrob-Molotow-Pakt ernst genommen hat, wussten die Engländer schon seit 1871, nachdem es Bismarck gelungen war, das Deutsche Reich mit „Blut und Eisen“ zusammenzuschmieden, dass sie etwas dagegen unternehmen mussten. Und das ist ihnen mit List, Tücke und Geschick, mit Hilfe der internationalen Finanzmafia, der multinationalen IG-Farben, der AEG, der Vereinigte Stahlwerke AG, Stalin und Hitler und vielen anderen auch gründlich gelungen. Niemand anderes als der Verfasser von „Mein Kampf“ war so gut geeignet, einen Krieg gegen die slawischen Untermenschen und russischen Bolschewiki zu führen. Der Teufel sollte mit Beelzebub ausgetrieben werden!

Deshalb mag der 9. Mai 1945 der Tag der Befreiung der Russen und Europäer vom deutschen und europäischen Faschismus sein. Das deutsche Volk wurde jedoch nicht befreit, sonst wäre es ja frei und – wer weiß – vielleicht eine Deutsche Demokratische Republik geworden. Es wurde zum Schluss noch in Grund und Boden gebombt, denn weder Stalin noch Churchill ging es um eine „Befreiung“ Deutschlands, sondern um seine Entmannung. Dies ist historisch ausreichend belegt. Deutschland verlor in der Folge ein Drittel seines Reichsgebietes und wurde in eine Ostzone und eine Westzone aufgeteilt, die die Siegerstaaten, jeder auf seine Weise, bis 1989 ausbeuteten und das nach der Aufgabe der mitteldeutschen Besatzungszone durch das zerfallende Sowjetimperium nunmehr weiter von den Anglo-Amerikanern ausgebeutet, ausgehorcht und ausgenutzt wird.

Natürlich weiß eine Statthalterin wie unsere androgyne Opportunismus-Inkarnation, dass sich ein Verwaltungsgebiet wie die BRD, das nur begrenzte internationalen Rechte und keine Mittel besitzt, um sich mehr Recht zu verschaffen, sich möglichst opportun verhalten sollte. Wir hier unten wollen ihr doch gar nicht – wie nicht wenige – unterstellen, dass sie in Kenntnis der Verträge über die unverbrüchliche Zusammenarbeit mit den westlichen Siegermächten sowie diverser Geheimabkommen, absichtlich Schaden über das deutsche Volk bringen will. Denn auch sie würde bei einem neuerlichen Weltkrieg möglicherweise nicht völlig ungeschoren davonkommen. Das hat ihr der derzeitige russische Anführer anlässlich ihrer jüngsten Zusammenkünfte offenbar deutlich machen können.

Und in dieser Erkenntnis tat sie das Opportune, das Mögliche: Sie nahm an der Siegesparade nicht teil und legte einen Tag danach Ihren Kranz auf das Ehrenmal der Toten des „Großen Vaterländischen Krieges“.

Vielleicht wartet sie ebenso wie wir hier unten auf den Tag der Befreiung des deutschen Volkes und hält im Verborgenen bereits Ausschau nach den dafür notwendigen Verbündeten. Es wäre ja vielleicht sogar für sie ein Tag der ganz persönlichen Befreiung.