Regierung im Blindflug

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Von Willy Wimmer, 27. August 2015

Jetzt gibt es also wieder »Protokollstrecken«. Anders kann man die Besuche und ihre Abfolge aus der Staats-und Regierungsspitze in Duisburg-Marxloh, Heidenau und Wilmersdorf nicht bezeichnen. Fein ausgesuchte Volksrepräsentanten, vermutlich vorformulierte Ansichten, gesäuberte Straßen, Bereitschaftspolizei die Menge. So fährt man in ein Aufstandsgebiet. Im Übrigen kennt man diese Protokollstrecken noch von Erich. So weit ist es gekommen. Wie schlimm es um die Regierung steht, das offenbart sich in der Sprache. Da klingt es nur so auf dem Niveau derjenigen, von denen man sich aus gutem Grund absetzen muss. »Mob«, »Pack« und so weiter. Weiter

Flüchtlingshelfer

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Sonntag, 16. August 2015

Bitte, verehrte Leserschaft, verwechseln Sie unsere Gutmenschen, die den tausenden Flüchtlingen, die Europa, zunächst Griechenland und Italien, nun aber auch unser Land überfluten, nicht mit den dubiosen Fluchthelfern. Letztere sind Menschen, die gegen meist hohes Honorar soziale Unterschichten aus Ausbeutungs- und Kriegsgebieten in die reichen Länder Europas schleusen. Flüchtlingshelfer sind alle diejenigen, die sich darum kümmern, dass diese Entwurzelten und Verzweifelten einigermaßen menschenwürdig bei uns unterkommen können, angefangen bei Politikern, Kirchenleuten und anderen Prominenten bis hin zu hilfsbereiten Einzelpersonen und sogar Schauspielern. Weiter

Von der Leyen auf dem hohen Ross

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Mit der NATO ein Ritt in den Ost-Europa-Sumpf
von Uli Geller am 13. August 2015
In eine Husaren-Uniform gegossen stellte die Verteidigungsministerin das späte Pferdemädchen dar, als sie mit anderen Quadrille-Reitern die Reit-Europameisterschaften in Aachen eröffnete. Und schnell warf es die deutschen Medien vor Begeisterung aus dem Sattel: „Pferdammt mutig, Frau Ministerin!“ dichteten die Primitivos von der BILD.

© AP Photo/ Martin Meissner Frau von der Leyen – gerüstet für die Kanzlerschaft?
© AP Photo/ Martin Meissner Frau von der Leyen – gerüstet für die Kanzlerschaft?

Die entsetzlich originelle FAZ entdeckte eine „Pferdeoper der großen Gefühle“ und auch, dass Frau von der Leyen „begeisterte“. Das ließ die Zeilenschinder vom SPIEGEL nicht ruhen, sie nutzten eine völlig verschlissene Metapher „Von der Leyen sitzt fest im Sattel“, während die ARD allen möglichen anderen Medien die Wortanweisung vom „heimlichen Star“ der Reit-EM lieferte. Von der RHEINISCHEN POST über die ZEIT bis zum FOCUS: Um die zehn weitere Nachrichtenzuträger folgten gehorsamst dieser Sprachregelung aus dem ARD-Wort-Hauptquartier. Weiter

Der Weg zum Frieden

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Dieser Beitrag ist ziemlich lang. Um die gegenwärtige Weltpolitik einigermaßen verstehen zu können, sind freilich keine einfachen kurzen Antworten möglich. Dr. Paul Graig Roberts legt die Dinge aus US-amerikanischer und patriotischer Sicht dar. Er war stellvertretender Finanzminster während der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer von dessen wirtschaftspolitischem Programm bekannt. Seine Kritik an der neoliberalen Wirtschaftspolitik, die seiner Auffassung nach zur Finanzkrise 2008 führte, legte er vor allem in seinem Werk The Failure of Laissez-Faire Capitalism and the Economic Erosion of the West (2012) dar. Heute ist er dezidierter Gegner der so genannten Neocons in Washington. Sein Blick ist offenbar nicht vom neokonservativen Hegemonialstreben der anglo-amerikanischen Mammonisten verstellt. Deshalb sollte man sich durchaus die Mühe machen und seine Analyse vollständig zur Kenntis nehmen.

 

Ein Rezept für Frieden und Wohlstand
Von Dr. Paul Craig Roberts; 9. August 2015

Die Frage »Was können wir tun?« wird oft gestellt. Im Folgenden ein Rezept für Frieden und Wohlstand. Wir wenden uns zuerst der Frage nach dem Wohlstand zu, weil Wohlstand zum Frieden beitragen kann. Manchmal beginnen Regierungen Kriege, um von schlechten wirtschaftlichen Aussichten abzulenken, und auch die innenpolitische Stabilität kann vom Wohlstand abhängen.
Der Weg zum Wohlstand
Damit die USA wieder zu Prosperität gelangen können, müssen die Mittelschicht wiederhergestellt und gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aufstieg wieder möglich sein. Die Mittelschicht hat als Puffer zwischen Reich und Arm zur innenpolitischen und innergesellschaftlichen Stabilität beigetragen. Die Möglichkeit des Aufstiegs bildet ein »Entlastungsventil«, das entschlossenen Persönlichkeiten den Aufstieg aus der Armut zum Erfolg ermöglicht. Steigende Einkommen in der gesamten Gesellschaft verstärkten die Verbrauchernachfrage, den Motor einer Volkswirtschaft. Auf diese Weise hat die amerikanische Wirtschaft in der Nachkriegszeit funktioniert – wenn sie funktionierte.
Um die Mittelschicht wieder zu stärken, müssen die ins Ausland ausgelagerten Arbeitsplätze wieder in die USA zurückgeholt, Monopole zerschlagen, eine Regulierung wieder eingeführt und die Zentralbank entweder einer transparenten Aufsicht unterstellt oder abgeschafft werden. Weiter

Russland verbrennt Lebensmittel

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9. August 2015

Von Hubert von Brunn
Strenge Verbote seitens der Staatsmacht lösen bei manchen Menschen sofort und reflexartig den Impuls aus, Strategien zu entwickeln, wie diese Verbote zu umgehen sind – zumal wenn damit richtig Geld zu verdienen ist. Jüngstes Beispiel dafür, das jetzt in die Schlagzeilen geraten ist, ist die Vernichtung von Hunderten von Tonnen West-Lebensmitteln durch die russischen Behörden, die Schwarzhändler ins Land schmuggeln wollten. Man muss kein gläubiger Christ sein, um die Verbrennung von genießbaren Nahrungsmitteln als „Sünde“ zu apostrophieren. Weiter

Hiroshima 70

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Donnerstag, 6. August 2015

An einem heißen, wolkenlosen Montag, am 6. August 1945, explodierte 8:16 Uhr über der japanischen Stadt Hiroshima die zweite von drei Atombomben, die die US-Amerikaner mit höchstem Aufwand an Geld, Material und Wissenschaftlern seit 1941 in Los-Alamos entwickelt und in Tinian gebaut hatten. Es entstand ein Feuerball mit einer Innentemperatur von über einer Million Grad Celsius. Über 80.000 Menschen waren sofort tot. Die Hitzewirkung ließ noch in über zehn Kilometern Entfernung Bäume in Flammen aufgehen. Von den 76.000 Häusern der Großstadt wurden 70.000 zerstört oder beschädigt. Mehr als 100.000 Verstrahlte starben in Laufe der folgenden Jahre an den Folgen des nuklearen Niederschlags.
Dieser Tage begingen geschichtsbewusste Menschen den 70. Jahrestag dieses weltverändernden Ereignisses und forderten, wie wir hier unten, die Ächtung dieses Massenvernichtungsmittels, das Militärs immer noch als „Waffe“ bezeichnen. Weiter