PEGIDA

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„Ein Gespenst geht um…“ titelt BILD und meint die Bewegung, die sich selbst als PEGIDA – Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes – bezeichnet. Gemeinsam mit HoGeSa – den Hooligans gegen Salafisten – demonstrieren neuerdings tausende Bundesbürger gegen die Jünger Mohammeds, die hier leben. Und es werden wöchentlich mehr – sowohl die einwandernden Muslime wie die Deutschen, die dagegen revoltieren.

Führende Politiker – bis auf Lothar De Maiziere – und natürlich das Medienkartell verorten diese neuen Montagsdemonstranten, die den Schlachtruf der ostdeutschen Oktoberrevolutionäre von ´89 „Wir sind das Volk!“ schon mal für sich okkupieren, ganz weit rechts, wenn nicht gar als Neonazis. Die Einschätzungen von Politik- und Sozialwissenschaftlern, was und wer PEGIDA ist und wofür diese Initiative steht, fallen dagegen sehr unterschiedlich aus. Manche dieser „Wissenschaftler“ ordnen Teile der Kundgebungsteilnehmer und Organisatoren, insbesondere auch in NRW und Sachsen, dem „rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrum“ zu, andere Teilnehmer kämen nach ihrer Ansicht aus dem „bürgerlichen sowie dem nationalkonservativen Lager“. Das sind ja nun alles reichlich undefinierte Gruppen! Denn wer oder was sind die „Bürgerlichen“ und die „Rechtskonservativen“ und sind wir hier unten etwa „unbürgerlich“? Oder wie unterscheiden sich die „Rechtspopulisten“ von den „Rechtsextremen“? Und gibt es vielleicht auch linksorientierte „Patrioten“ oder christliche „Hooligans“? Alle diese bekannten Schlagworte helfen niemandem!

Denn wenn man das „Abendland“ verteidigen will, muss man zunächst mal glauben, dass es wesentlich besser ist, als das „Morgenland“ und dass alle, die – wie unser „Heiland“ – aus dem Morgenland kommen, potentielle Anhänger der Salafisten, der kampfbereiten muslimischen Minderheit, sind. Außerdem muss man glauben, dass die USA seit 2001 mit Recht einen weltweiten Krieg vor allem gegen muslimische Staaten führen, aus denen die meisten dieser Flüchtlinge zu uns kommen. Wir hier unten glauben nicht, dass das Abendland in irgendetwas besser sein könnte, als das Morgenland, in das die westliche Wertegemeinschaft seit 2001 verstärkt Chaos, Zerstörung, Armut und Grauen exportiert.

Wir glauben allerdings auch den Moslems nicht, dass sie mit ihrer Einwanderung in die Europäischen Länder nur hehre Ziele verfolgen. Wir haben nämlich ihren Koran gelesen. Auch wenn dies trotz seiner Eindeutschung ein sehr mühsames Geschäft war: Und weshalb seid Ihr hinsichtlich der Heuchler zwei Parteien, wo Allah sie für ihr Tun umgekehrt hat? Wollt Ihr recht leiten, wen Allah irregeführt hat? Und wen Allah irreführt, nimmer findest Du für ihn einen Weg. Sie wünschen, dass Ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass Ihr ihnen gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und wo sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer Ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer.“ (Koran, Sure 4, Verse 88, 89).

Was wir jetzt allerdings wissen ist, dass es die Mammonisten dieser Welt wieder geschafft haben, Völker und Religionen nur einhundert Jahre nach Beginn des „Zweiten dreißigjährigen Krieges“, wie die Engländer die beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts richtigerweise nennen, gegeneinander zu hetzen. Aus vielerlei Gründen wird ein neues großes Massentöten vorbereitet. Der Hauptgrund ist und bleibt aber der Mammonismus, diese Krankheit des berüchtigten einen Prozents der Menschheit, denen jegliches Leid, Armut und Tod vollkommen gleichgültig ist, wenn sie alles an sich raffen nur ungeschoren in ihren „Paradiesen“ weiter leben können.

Darum wundert es uns hier unten nicht, dass die Friedensdemonstrationen in unserem Land im Vergleich zu PEGIDA klein und unbedeutend bleiben, weil sie Vernunft, Kaltblütigkeit und Standhaftigkeit in ganz anderer Weise erfordern, als „Spaziergänge“ gegen Muslime. Aber es wundert uns schon, dass die alles entscheidende soziale Frage bei allen diesen Kundgebungen nur von ganz wenigen gestellt wird. Würden nämlich die 1,7 Billionen Dollars, die jährlich für Krieg und Rüstung ausgegeben werden, für Bildung, Kultur und Wohlfahrt ausgegeben, sähe die Welt garantiert besser aus, als zu diesem Weihnachtsfest.

Wir hier unten sind deshalb gegen jegliche Art eines neuerlichen Kulturfaschismus, egal, welche Seite ihn vertritt. Darum möchten wir abschließend den Philosophen Eugen Drewermann zitieren und seine Werke zu den Fragen von Krieg und Frieden jedem anempfehlen. Er sagte: „Krieg ist ein Verrat an jeglicher Kultur, in dem die Mittel, die er einsetzt, das widerlegen, was er vorgibt zu verteidigen“.