Pax Americana

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Der Erzengel Gabriel soll den Hirten auf dem Feld, gleich neben dem Dorf Bethlehem im Heiligen Land, zur Wintersonnenwende des Jahres Null den Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen angekündigt haben, weil soeben der Heiland und Erlöser der Welt geboren worden sei. Zur Zeit der damals einzigen Weltmacht muss es um den Frieden nicht besonders gut bestellt gewesen sein. Angeblich hoffte jeder, dass der „Neue König der Juden“ vor allem für die Unterschichten Israels, aber auch für die übrigen von Rom unterdrückten Vasallenstaaten, Freiheit und allgemeinen Wohlstand erkämpfen würde. Daraus ist die nachfolgenden zweitausend Jahre nichts Rechtes geworden. Heutzutage haben wir, glaubt man unseren Medien, bessere Aussichten, dass die endgültige Befriedung der Welt nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Denn dafür gibt es das anglo-amerikanische Imperium, welches die jüngste „alleinige Weltmacht“ seit Christi Geburt darstellt. Deren Führer haben die Doktrin der „Pax Americana“ entwickelt, was soviel heißen soll, dass nach ihren Plänen die Welt alsbald in einem ewigen, amerikanischen Frieden leben kann und soll. Hin und wieder wird in den USA sogar auch einmal eine Art Heiland geboren, auf dessen Allmächtigkeit nicht nur die Plutokraten dieser Welt, sondern auch viele der mit diesem Imperium verbundenen Regierungsvorsitzenden setzen. Der Weiße Dschordsch Dabbelju Busch hat allerdings nicht allzuviel Frieden bewirkt. Bei dem neuen Farbigen, mit dem schönen Namen Barak O-Bama, müssen wir vor einem endgültigen Urteil noch dessen restliche Regierungszeit abwarten.

Um den amerikanischen Frieden in der Welt durchsetzen zu können, müssen die USA die größten und modernsten Streitkräfte der Welt unterhalten. In ihren (ohne den Heimatschutz) fünf Teilstreitkräften – US-Army (Heer), Navy (Marine), Marine-Corps (Marine-Infanterie), Airforce (Luftwaffe) und Coast Guard (Küstenwache) – dienen etwa 1,4 Millionen Soldaten, unterstützt von rund einer Million Reservisten für den allgemeinen Weltfrieden, die Verteidigung der Rechte Amerikas und zur Aufrechterhaltung der Disziplin der Verbündeten. Dafür geben die Vereinigten Staaten offiziell jährlich 650 Milliarden Dollars aus, ungefähr zehnmal soviel wie jeweils Russland oder China. Anders gerechnet: Mehr als dreimal so viel wie die übrige Welt.

Die wichtigste Teilstreitkraft der USA ist die Navy. Denn die Amerikaner kennen die Erdoberfläche durch die Erkundungen ihrer Spionagesatelliten wie keine andere Nation. Sie wissen, dass diese zu 70 Prozent aus Ozeanen besteht und dass 80 Prozent der Erdbewohner nur wenige hundert Kilometer entfernt zu den Küsten leben. Zudem werden 90 Prozent des Welthandels über die Weltmeere abgewickelt. Daraus kann jedermann zu 100 Prozent schlussfolgern, dass das wirtschaftliche Wohlergehen und die Sicherheit der Menschheit, insbesondere der Nordamerikaner und der westlichen Länder, vom freien Zugang zu allen Häfen dieses Globus abhängt. Darum ist die US-Marine mit Stand vom November 2014 mit 325.143 aktiven Soldaten und 107.829 Reservisten die personalstärkste und kampfkräftigste Marine der Welt. Sie umfasst 289 Schiffe, darunter zehn gewaltige Flugzeugträger und zehn modernste und ebenso gewaltige amphibische Angriffsschiffe, 73 U-Boote, von denen mehr als 40 ballistische Raketen mit nuklearen Mehrfachsprengköpfen abfeuern können, sowie über 3.700 Flugzeuge und Hubschrauber.

Die USA haben den Globus in fünf Schutzzonen aufgeteilt, für die je eine ihrer Flotten zuständig ist. Auf die rund 1.600 Nuklearsprengköpfe mit den dazu gehörenden Bombern, Raketen und Antriraketenraketen, die übrigen Teilstreitkräfte und die Abhörzentralen, die zur Aufrechterhaltung der „Pax Americana“ in unserer Zeit zu Lande, in der Luft und im Weltraum außerdem notwendig sind, kann aus Platzgründen hier nicht weiter eingegangen werden.

Leider ist es dem anglo-amerikanischen Imperium bis heute nicht gelungen, den Weltfrieden herzustellen, ebensowenig wie damals dem Herrn Jesus. Und das, obwohl die US-Streitkräfte allein nach der Jahrtausendwende nicht weniger als sieben Staaten ziemlich platt gemacht haben. Es wird daher wohl noch einige Zeit dauern, ehe westlicher Friede, Glück und Wohlstand gleichmäßig und dauerhaft über die Menschheit verbreitet worden sind. Derzeit sperrt sich vor allem der russische Präsident vehement gegen die friedenssichernden Maßnahmen des US-geführten Nordatlantischen Bündnisses an Russlands Grenzen, besonders in der Ukraine, auf der Krim und nun sogar am Bosporus.

Darum können wir hier unten zum diesjährigen Weihnachtsfest gar nicht oft genug um den Frieden der Welt und die nochmalige Ankunft des Herrn Jesus beten. Denn wir haben immer mehr den Eindruck, dass aller Aufwand, den unsere Führungsmacht zur Erringung der „Pax Americana“ betreibt, am Ende doch nichts hilft.

Wahrscheinlich hilft nur noch beten…