Muttermilch Patentierung

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Was hat Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments, mit den Muttermilch-Patenten von Nestle und Monsanto zu tun?

Derzeit möglicherweise noch nichts! Denn die US-Regierung verhandelt das so genannte Freihandelsabkommen TTIP mit der EU-Kommission ja im Geheimen. Da ist es gut möglich, dass die braven und hochdotierten Europaabgeordneten nur ganz wenig darüber wissen. Martin Schulz (SPD) hat nach der US-Diplomatin Victoria Nuland seine Meinung zur Europapolitik jetzt ebenfalls ungeschminkt kundgetan. Wegen der Schweiz, die gar kein Mitglied ist. Deren Bürger durften nämlich wieder einmal direkt abstimmen. Diesmal zur Frage der Einwanderung in den Alpenstaat. Mit denkbar knapper Mehrheit sprachen sie sich – ähnlich wie schon in der Moscheenfrage – gegen ungebremste Einwanderung aus.

Dagegen wandte sich neben der europäischen Monopolpresse auch der deutsche EU-Präsident mit der Bemerkung, dass die Eidgenossen nicht nur die Vorteile der EU-Nichtmitgliedschaft genießen könnten und drohte mit wirtschaftlichen Konsequenzen. Nanu, waren wir hier unten beinahe geschockt und erinnerten uns an Griechenland vor knapp zwei Jahren. Wo ist Schulz´s Demokratieverständnis geblieben? Und ist es denn wahr, dass die Freizügigkeitsregeln in der Europäischen Union nachteilig sind? Seit der Diskussion über polnische, rumänische und bulgarische Zuwanderer in unser schönes Land und den Bemerkungen unseres Bundespräsidenten in Indien, dass er insbesondere gut qualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland willkommen heißen möchte, gibt es darüber sehr geteilte Meinungen auch in unserem Volk. Offenbar sind sich die Herren und auch die Damen der Politelite der Perversität ihrer Denkweise gar nicht bewusst. Denn wenn wir anderen Ländern ihre dort jahrelang ausgebildeten Leistungsträger für billiges Geld abkaufen, steigt nicht nur dort das Elend, wie wir es in Portugal, Spanien und Griechenland seit einigen Jahren beobachten können.

Doch zurück zur Muttermilch. Inzwischen besitzen die internationalen Großkonzerne auf dem Gebiet der Nahrungsgüterwirtschaft Monsanto und Nestle und ihrer Grundlagen rund 2000 verschiedene Patente auf Bestandteile der Muttermilch. Jetzt wird sich jeder mit natürlichem Verstand begabte Mensch sofort an den Kopf greifen und sich fragen: Geht´s noch? Doch das geht so leider schon sehr lange, verehrte Leserschaft. Und nicht nur bei Patenten auf wichtige Heilmittel, genmanipulierte Pflanzen und Samenhybride, sondern sogar auf Schwarzkümmel.

Eine Mutter produziert mit der Muttermilch tausende wertvolle Stoffe, besonders Proteine und Antikörper für den Schutz des Immunsystems des Neugeborenen. Wenn sie sich dabei auch noch gesund ernährt, ist ihre Milch von höchstem Wert und es werden keine Schadstoffe an das Kind weiter gegeben. Von geschätzt 100.000 biochemischen Grundstoffen der Muttermilch sind derzeit erst zwei Prozent erforscht. Dabei sind die bekannten Pharma- und Nahrungsmittelkonzerne führend. Wenn man nun Muttermilch zur „Medizin“ erklärt und damit handeln kann, sind hohe Profite in den reichen Industrieländern gesichert.

Sehen wir uns die Geschichte von Monsanto, Nestle, Syngenta und Co. Genauer an, in der sie unentwegt neue Patente auf natürliche Organismen beantragen, erkennen wir, dass diese Naturprodukte, nun sogar die Muttermilch, zum Eigentum der Konzerne gemacht werden. Das ist der Beginn der Übernahme der Natur – ob pflanzlich, tierisch oder human – durch private Profiteure. Betrachten wir andererseits das, was bis jetzt über die TTIP-Verhandlungen durchgesickert ist, können wir feststellen, dass das Ziel der US-Regierung darin besteht, auch in den EU-Mitgliedstaaten die rechtlichen Grundlagen zur Durchsetzung solcher Konzerninteressen einzuführen.

Wir können Ihnen, liebe Leserschaft, die Ergebnisse dieser Verhandlungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit voraussagen: Sie werden ebenso EU-“Recht“ werden, wie der ESM-Vertrag oder die Freizügigkeitsregeln für das europäische Arbeitslosenheer. Wir wagen sogar die Prophezeiung, dass Martin Schulz, wie seine Brüsseler Parlamentskollegen, alldem zustimmen wird. Und damit auch der Patentierung der Muttermilch.

Wir hier unten gehen außerdem davon aus, dass in den EU-Mitgliedsländern, auch im Gebiet der BRD, keinerlei Volksbefragungen, ob wir das wollen oder nicht, durchgeführt werden. Genauso wenig, wie zum ESM, zum Moscheenbau oder zur Einwanderung.