Hexenhammer

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Der Hexenhammer (Malleus Maleficarum) ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein wirkte. Der katholische Pater definierte im ersten Teil seines Werkes, was unter einer Hexe zu verstehen sei. Das konnten ihm zufolge nur Frauen sein, die er als „Feinde der Freundschaft, eine unausweichliche Strafe, ein notwendiges Übel, eine natürliche Versuchung, eine begehrenswerte Katastrophe, eine häusliche Gefahr, einen erfreulichen Schaden, ein Übel der Natur“ bezeichnete. Er unterstellte ihnen sexuelle Unersättlichkeit und mangelnde Bildung und Glauben. Der „Hexenhammer“ enthält sodann Regeln für die Hexenprozesse und beschreibt in einer langen und detaillierten Auflistung sadistische Folterpraktiken, wie zum Beispiel Strecken des Leibes mittels einer Vorrichtung, „…bis das Licht einer Kerze, hinter dem Rücken der Gefolterten entzündet, von hinten nach vorne durch die Bauchdecke hindurch sichtbar ist…“

Das Kubark-Manual ist das erste von zwei ehemals geheimen U.S.-Army- und CIA-Verhör-Handbüchern über moderne Foltermethoden der CIA zur Terroristenbekämpfung und Sicherung von Freiheit und Demokratie. Das Wort Kubark ist dabei ein Kryptonym für das CIA-Hauptquartier. Dieses Handbuch wurde 1953 von der CIA nach umfangreichen eigenen Experimenten an amerikanischen Gefangenen in Mannheim, an deutschen und sowjetischen Gefangenen in Frankfurt sowie nach gemeinsamen Untersuchungen von amerikanischen Ärzten und ehemaligen deutschen Ärzten des Konzentrationslagers Dachau zusammengestellt.

Verbreiteten Gebrauch fand das Handbuch außer bei CIA und CIC ebenfalls bei befreundeten Diktaturen in Südamerika, z.B. in Chile. Seine grundsätzlichen Aussagen wurden in Vietnam verfeinert und bei Folterungen in Abu Ghraib und Guantanamo weiter entwickelt. Wesentliche Methoden des Kubark betreffen psychische Folter zur Zerstörung der Persönlichkeit wie Erniedrigung, Drogeneinsatz (Mescalin), Elektroschocks, Stehfolter, Unterkühlung nach Abspritzen mit Wasser, Scheinexekutionen, quälende Fesselungen, stundenlanges Stehen und Waterboarding.

Der jüngste Bericht des US-Senats über die brutalen CIA-Verhörmethoden von Terrorverdächtigen unter George W. Bush, Dick Cheney und Barak Obama befasst sich auch mit den Vernehmungen von Abd al-Rahim al-Nashiri im „blauen Gefängnis“ in einem „Land X“ vor mehr als zehn Jahren. Im Gegenzug für die Duldung eines CIA-Gefängnisses soll jenes Land Millionenzahlungen von den USA erhalten haben.

In Warschau ist längst klar, dass es sich bei „Land X“ um Polen handelt. 150 Millionen Dollar sollen im Gegenzug geflossen sein, berichten dortige Medien. „Der Bericht ist eine Anklageschrift gegen Polen“, sagte Adam Bodnar, Vizepräsident der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte in Warschau. „Ich bin schockiert, dass wir für Geld die Verfassung gebrochen haben.“ Seit Jahren steht Polen im Verdacht, die Verhörmethoden der CIA auf seinem Territorium geduldet zu haben. In dem US-Senatsbericht wird beschrieben, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Geheimdienst und dem „Land X“ anfangs Probleme bereitete, weil das Land Bedenken gehabt habe. Geldzahlungen hätten das Land „flexibel“ gemacht, heißt es weiter. Der ehemalige Präsident Aleksander Kwasniewski, wie wir wissen ein frommer Katholik, hat eingeräumt, dass ein früherer Militärstützpunkt in Stare Kejkuty im Nordosten Polens von den US-Amerikanern genutzt wurde. „Die amerikanische Seite hat sich an Polen gewandt, um einen ruhigen Ort zu finden, wo sie Informationen erlangen könnte“, sagte er.

Aber auch andere europäische Satellitenstaaten wie Litauen und Rumänien müssen Konsequenzen aus diesem Bericht fürchten. Leider sind – wie bei den DDR-Stasiakten – die meisten und wichtigsten Passagen dieses Berichtes bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Wir hier unten sind zuversichtlich, dass sich alsbald ein Whistleblower findet, der der Welt diese Schande des Westens offenbart.

Weniger zuversichtlich sind wir, dass die Verantwortlichen für diesen neuzeitlichen „Hexenhammer“ vor ein internationales Gericht gestellt werden, handelt es sich dabei doch um Vertreter des Imperiums, welches den diesbezüglichen internationalen Vereinbarungen nicht beigetreten ist.

Wenigsten verstehen wir jetzt aber den Satz Jean-Paul Sartres, der angesichts der Verbrechen des deutschen und europäischen Faschismus behauptete, dass Hitler nur ein Vorläufer gewesen sei.