Deutschlanddämmerung

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Nach dieser soeben vergangenen 13. Woche des Jahres 2011 wünschen wir hier unten uns erst einmal nur noch eines: Eine Talkshow ohne Hans Olaf Henkel. Denn wo wir auch hinsahen, um uns vom Tohuwabohu der deutschen Politik und Meinungsmache durch unsere Medien unterhalten zu lassen, auf allen Kanälen begegneten wir dem hochkarätigen deutschen Manager (Wikipedia) und ehemaligen Chef des Bundes der Deutschen Industrie.
Möglicherweise ist ein Grund dafür, dass sich zu den diversen Polittalks der meinungsbildenden Mädchen deutscher Medien überwiegend nur noch ältere und bereits abgetakelte Typen unserer deutschen Elite begeben, dass die aktuellen Politclowns zu sehr mit sich und dem Machterhalt innerhalb ihrer Parteien beschäftigt sind. Überwiegend bleibt jedenfalls der Eindruck, dass sich jeder dieser Parteibonzen hauptsächlich nur um sich selbst, aber keiner sich mehr um Deutschland kümmert.
Was Hans Olaf Henkel auch sonst für profitorientierten Unsinn schwatzte, in einem hatte er Recht: Hätten die Freien Demokraten in Baden-Württemberg nur ein Prozent mehr Stimmen bekommen, gäbe es jetzt in Stuttgart keinen grünen Ministerpräsidenten. Und wäre in Japan nicht ein AKW hochgegangen, gäbe es jetzt in Deutschland keinen irrationalen Run raus aus der Kernenergie.

Schwarz und Gelb, die vor einem halben Jahr noch einen rechtswidrigen Ausstieg aus dem Ausstieg der KKW beschlossen hatten, drehen sich also wegen diesem einem Prozent Wählerstimmer in einem einzigen unserer sechzehn Bundesländer um einhundertachtzig Grad und überbieten sich jetzt in ihren Bekundungen, den Ausstieg aus der deutschen Kernenergiewirtschaft (rechtswidrig!) noch schneller vollziehen zu wollen, als es Rot-Grün 2002 mit den Energiekonzernen bereits vereinbart hatte.
Wie charakterlos, planlos und prinzipienlos unsere regierende Politikerkaste agiert, lässt sich an den Szenarien, die wir in den Wochen nach der Triplekatastrophe in Japan in unserem Land erlebten, am schönsten erkennen. Selbst wenn die „Gurken- und Wildsautruppe“ (Selbstbezeichnung im Herbst 2010), die derzeit die deutsche Regierung darstellt, in Punkto Charakter, Plan und Prinzipien von Anfang an nur Schlimmes geboten hat, mit ihrer Kakophonie im Gefolge der Landtagswahlen im schwäbischen Musterländle hat sie wohl den bisherigen Höhepunkt ihrer Inkompetenz erreicht. Damals hatten wir hier unten gedacht, schlimmer als mit einem Duo Merkel-Westerwelle an der Spitze kann es für Deutschland nicht kommen. Heute müssen wir sagen: Doch, es kann!
Sehen wir mal auf die Fakten: Laut World Nuclear Association sind derzeit auf der Welt 443 Kernreaktoren in Betrieb und 62 neue im Bau. In Planung sind etwa siebzig weitere. Außer Japan bilden die USA und Mitteleuropa besondere Zentren dieser Kraftwerksanlagen des Höllenfeuers. Ganz egal also, was die nun vereinigte deutsche Antiatomlobby für Deutschland demnächst beschließen wird, die Strahlen aus der Asche dieser Gabe des Prometheus begleiten unsere Erde, egal ob die Menschheit überlebt oder nicht, mindestens eine Million Jahre. Und egal, ob Deutschland infolge der Panik seiner Kanzlerin jetzt aussteigt oder nicht, die zukünftig notwendige Energie der Menschheit wird zu großen Teilen aus Kernkraft, entweder in moderneren Spaltungsanlagen oder, hoffentlich bald, in Fusionsreaktoren, erzeugt werden; Unfälle nicht ausgeschlossen. Oder wir müssen wieder zurück auf die Bäume!
Wir hier unten sind keine Freunde der deutschen Atomlobby, die in ähnlich schlampiger Weise wie der Fukushima-Betreiber Tepco ihre Höllenfeuer nur nach dem Prinzip des Maximalprofits unterhalten. Aber jetzt überstürzt auszusteigen, ohne das Problem der Endlagerung auch nur ansatzweise gelöst zu haben, ist die gleiche Verarsche des Volkes, wie die der Laufzeitverlängerung vom 11. September 2010.
Die Strahlungskatastrophe in Japan steht womöglich erst an ihrem Beginn. Dennoch, oder gerade deshalb, wünschen wir hier unten uns eine Regierung, die unserem Volk diese leider etwas unerfreulichen Zusammenhänge erklärt und nicht nur zitternd an ihren Posten hängt, weil ein paar Tausend Schwaben gegen ein Bahnhofsprojekt und eine sinnlose staatliche Beteiligung an einem AKW protestieren. Die schwatzen da oben von jüdisch-christlicher Leitkultur und haben noch nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge von Planung und Führung einer Gesellschaft verstanden. Sie halten ihre Polit-Kakophonie und die Vertreibung eines schwulen Außenministers aus einer Regierungspartei für Demokratie. Dabei leben sie in einer Dämmerung des Geistes und des Charakters, der sehr leicht zu einer Dämmerung Deutschlands werden könnte.
Polit-Juppies wie Rösler und Lindner werden dazu ihren Beitrag leisten!